Burg Lissingen

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Von der Kyll idyllisch umspielt liegt die beachtliche Burg Lissingen am Rande des gleichnamigen Gerolsteiner Stadtteils. Burg Lissingen ist in einem überraschend guten Erhaltungszustand, da sie mit Burg Eltz und Schloss Bürresheim zu den ganz wenigen Burgen der Eifel zählt, die niemals zerstört wurden. Die Kyll war einst näher an der Südseite der Burg. Um Wirtschaftsfläche zu gewinnen, wurde der Flusslauf nach und nach ein wenig weggedrängelt. In der hübschen Burgaue fließt der Oosbach und davon abgezweigt der Mühlbach. Im Park von Burg Lissingen finden sich Skulpturen der naiven Kunstrichtung.

Eine weitere Überraschung ist, dass Burg Lissingen bei genauerer Betrachtung eine Doppelburg ist und aus Ober- wie Unterburg besteht. Die Niederungsburg war eine Wasserburg, die ab dem 10. Jahrhundert errichtet wurde. Zuvor hatten auf dem heutigen Burgareal bereits die Römer im 1. und 2 Jahrhundert gesiedelt. Der Grund zur Errichtung der Burg mag auf einen Überfall der Normannen auf die Abtei Prüm zurückzuführen sein. Die sah sich in der Pflicht, befestigte Häuser, Burgen und Wehranlagen gegen Angriffe zu errichten.

Mitte des 16. Jahrhunderts teilte man Burg Lissingen in Unterburg und Oberburg. Beide wurden mit allem ausgestattet, was eine vollwertige Burg ausmacht, Herrenhaus, Burghof, Vorburg und Torhaus. Älteste Baureste finden sich im Keller des Herrenhauses in der Unterburg. Im Hof der Unterburg ist eine offene Zisterne, wo das Wasser für die Pflanzen beispielsweise noch hochgekurbelt wird.

In der Sommerküche, die betrieben wurde, um die Landarbeiter zu verköstigen, ist ein Brunnen und eine offene Herdstelle zu bestaunen und man kann sich sozusagen in die Situation des Gesindes versetzen – insbesondere, was es wohl für ein Gekeife gegeben haben mag, wenn man den Holztisch verbrannte durch das Abstellen eines heißen Topfes ohne den Pfannenknecht zu benutzen. Dann gibt es noch die Gutsküche im Wohnturm, dessen Etagen durch Stiegen verbunden sind. Der Turm war sozusagen selbstständig, auch mit Brunnen und Kamin konnte man im Falle einer Belagerung hier eine Weile auskommen.

In der ehemaligen Burgmühle wird durch Wasserkraft heute Strom erzeugt und hier ist Gastronomie zu finden sowie eine Außenstelle des Standesamtes Gerolstein. In der Burgmühle ist auch eine Backstube zu sehen. Weitere Sehenswürdigkeiten der Unterburg sind eine Kutschen- und Schlittensammlung, antikes Baumaterial und die Sonderausstellung Essenszeiten.

Die Oberburg wird von deren Besitzern privat genutzt und bewohnt. Feriengäste können hier auf Zeit eine Bleibe mieten. Burg Lissingen ist auf jeden Fall eine Reise wert, ob man lediglich auf der Durchreise von außen guckt, oder sich die Zeit nimmt für einen Besuch, mit oder ohne Führung. Das ganze Ensemble, mit seinen langgestreckten Scheunen, Wirtschaftsgebäuden und den Wohntürmen, den Anbauten, Höfen und der Blick auf die Dächer, mit Türmchen – das räumliche Vorstellungsvermögen und das Auge haben Einiges zu tun!