Burg Arras

Über dem Alfbachtal ruht die Burg Arras mit dem einzigen Burgenhotel an der Mosel, in dem man mittelalterlich und nicht auf der Erbse herrschaftlich süß übernachten kann. Burg Arras hat eine gut tausendjährige Tradition und eine im Kern noch erhaltene, mittelalterliche Burganlage. Einiges verfiel Ende des 18. Jahrhunderts und diente der Bevölkerung als Steinbruch – doch zum Glück kaufte ein Bergwerksdirektor aus Herne, Traugott Wilhelm Dykerhoff, zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Höhenburg Arras und richtete sie im jetzigen Gewand wieder her.

Erste Erwähnung als castrum atrebatum fand Burg Arras 1120 mit Weihung der Burgkapelle. Zu ihren Anfangszeiten besaß Burg Arras unter anderem ein Tor, die Kapelle, ein Brunnen, eine Ringmauer, Graben und Turm. Der 25m hohe Bergfried prägt noch immer die Silhouette der Burg, mit Hotel, Restaurant und Museum.

Erhalten sind auch das Burgverlies und die Folterkammer und ein Weinkeller, der 32 Fudern Wein fasste. Ein Fuder im Moselland waren 1.000 Liter. Fuder, von Fuhre abgeleitet, war das Volumen, welches ein zweispänniger Wagen transportieren konnte. Es heißt, diese 32 Fuder seien Eigenbedarf gewesen.

Das Burgmuseum gibt einen geschichtlichen Einblick in das Leben in der Calmont-Region. Grafiken des Mosellaufes, gesammelt und vor etwa 200 Jahren erschienen, zeigen Bauten von Anno dazumal, Bildnisse von Kurfürsten und Druckerzeugnisse aus der Historie. Natürlich gibt es auch Waffen und Rüstungen zu sehen.

Ein Großneffe vom zweiten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Heinrich Lübke (1894-1972), zeigt im Heinrich und Wilhelmine Lübke Gedenkzimmer Fotos, Dokumente, Erinnerungsstücke aus aller Welt sowie Gastgeschenke Lübkes, der 1959-69 im Amt war. Ein Prunkstück ist ein Wandbehang aus dem Besitz der Madame de Pompadour (1721-1764), geschenkt vom französischen Staatspräsidenten. Die Marquise war die Mätresse des französischen Königs Ludwig XV.

In den historischen Räumlichkeiten der Burg Arras kann auch standesamtlich getraut werden und natürlich auch Hochzeit gefeiert werden. Selbst wer die Gastlichkeit nicht in Anspruch nehmen möchte, kann von Burg Arras aus einen fantastischen Blick rundum in die Täler genießen. Nördlich der Burg Arras, etwas tiefer gelegen, sind wenige Reste der Ruine Heideburg, die von einen Graben umgeben war, zu entdecken.