Briedel

Der romantische Weinort Briedel schmiegt sich entspannt an die Mosel. Auf den gegenüberliegenden Weinbergen sieht man die Marienburg. Briedel, so belegen Funde, war wohl schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt. Ein römischer Stadthalter soll bereits um 300 Briedeler Wein in den Satteltaschen gehabt haben, als er nach Rom zurückkehrte.

Im 14. Jahrhundert erhielt Briedel die Rechte einer Stadt und legte eine Befestigung an. Davon erhalten hat sich ein Teil der Ringmauer und der Eulenturm, der auf das Jahr 1343 datiert ist.

Die verwinkelten Gassen in Briedel sind flankiert von zahlreichen mit Herz gepflegten Fachwerkhäusern ab dem 16. Jahrhundert. Eines davon ist das Alte Rathaus. Der Ständerbau ist teilweise massiv und aus Fachwerk. Daneben ist ein Steinhaus, das vermutlich als Vorratslager gedient haben könnte und das älteste Gebäude in Briedel sein dürfte.

Der Himmeroder Hof ist ein Putzbau aus dem 17. Jahrhundert. Vor Ort wird der Himmeroder Hof auch schon einmal allgemeiner Mönchhof genannt. Mönche weilten in Briedel seit dem 10. Jahrhundert, erst Mönche aus dem luxemburgischen Kloster St. Trond. Ab 1264 hatte dann die Abtei Himmerod in Briedel das Sagen.

Man könnte eine Ortsbesichtigung leicht erhöht starten, nachdem man die Basaltstufen zur katholischen Pfarrkirche St. Martin erklommen hat. Der barocke Saalbau entstand 1773-74 und beherbergt eine Martinsfigur aus dem Jahr 1853 sowie eine Stumm-Orgel. Im Inneren sind Deckenmalereien und ein sehenswerter Hochaltar zu bewundern.

Südlich von Briedel liegt mit der Briedeler Schweiz ein beliebtes Wandergebiet. Die Briedeler Schweiz misst etwa 3km in der Länge und beinhaltet einen Höhenunterschied von 90m an der Mosel bis auf 422m am Bummkopf. In der Briedeler Schweiz gibt es einige Aussichtspunkte, wie die Hindenburglay, die Wilhelmshöhe oder die Schöne Aussicht.

Zu Briedel gehört auch die Wohnlage Maiermund, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Briedeler Hecke (über Jahrhunderte ein Zankapfel Kurtrier und der Grafschaft Sponheim, weil man hier so gut jagen konnte).

Bei Maiermund steht die Maiermunder Hexe im Wald. Sie hat sich auf einem Bergkamm postiert und mit Moos verkleidet. Der Quarzitstein mit Schwefelspuren misst 8m in der Höhe und die Hexe hat einen Fuß von 15m Durchmesser, die Arme.

Die bekannteste Weinlage in Briedel heißt Briedeler Herzchen. Diesem Herzchen wird beim jährlichen Briedeler Weinfest gehuldigt, das am ersten Augustwochenende stattfindet. Am Weinfestsonntag wird dabei immer ein großes Drachenbootrennen veranstaltet.

Regionaler Bezug:

Zell (Mosel) Landkreis Cochem-Zell Rheinland-Pfalz Terrassenmosel Hunsrück Saar-Hunsrück