Marienburg (Mosel)

Die Marienburg liegt auf der beidseitig von der Mosel umflossenen Landzunge von Barl und gehört verwaltungstechnisch bereits zu Zell bzw. genauer: liegt in der Gemarkung des Zeller Stadtteils Kaimt. Nur rund 400m trennen das eine Ufer vom anderen. Die Marienburg ist umgeben von Weinbergen und wird heute als Jugendschulungsstätte des Bistums Trier genutzt.

Als Kloster Marienburg wurde sie an Stelle einer Kurtrierer Burg errichtet und ihre Spuren reichen zurück bis 1100. Die Kelten hatten hier über der engsten Stelle der Moselschlaufe eine Kultstätte, die Römer erweiterten zur Befestigungsanlage und dann folgte das Augustinerinnen-Kloster, welches wahrscheinlich auf eine Stiftung von Trier im Jahr 1127 zurückgeht. 1515 wurde es der Überlieferung nach vom Kurfürst wegen zu lockerer Sitten der Chorfrauen aufgelöst.

Die Kaimter Pfarrkirche St. Petrus gehörte auch zum Klostergelände. Nach der Klosterauflösung folgte eine neue Befestigung, die im Dreißigjährigen Krieg besetzt und 1650 zerstört wurde. Die Kirche wurde zum Ziel für Wallfahrer und um 1700 bekamen Burg und Kirche ein barockes Gewand. Nach weiteren Besitzwechseln, versteigert und verkauft, zur Ruine heruntergekommen, wurde die Marienburg in der Mitte des letzten Jahrhunderts teilweise wieder aufgebaut.

Weithin sichtbar und erhalten ist der Chor der Klosterkirche. Südlich angebaut ist eine ehemalige Sakristei, die heute als Kapelle dient. Die Umfassungsmauern und rundbogigen Außentore stammen noch aus der Klosterzeit sowie ein zweigeschossiger Massivbau. Wunderschön gelegen und zu betrachten sind die baulichen Entwicklungen. Das romanische Langhaus aus dem 12. Jahrhundert, der spätgotische Chor aus dem 15. und das angebaute Chormauerwerk aus dem 18. Jahrhundert.

Wer das einzigartige Moselflair erleben will, besucht die Marienburg an dieser engen Stelle, lässt den Blick an der historischen Glaubensstätte schweifen, über Weinhänge, die Flusslandschaft, Wiesen und Wälder. Etwa 250m unterhalb der Marienburg sind Reste des Hofhauses mit Erdgeschossmauern sowie eine Hofmauerecke und ein Keller zu entdecken. Im Mittelalter diente der Hof zur Versorgung des Klosters.