Bischofsheim (Mainspitze)

Wie gerne würde man mutmaßen, Bischofsheim wäre das frühere Zuhause eines Bischofs gewesen. So war es aber nicht. Bischofsheim am Main ist nach einer der letzten Biegung am Main vor dessen Mündung benannt, wobei Biegen seinerzeit noch Bieschen hieß.

Urkundlich erstmalig genannt wurde Bischofsheim im 11. Jahrhundert. Nur 15 Jahre lang dauerte das Gastspiel von Bischofheim bei der Stadt Mainz, doch aus dieser Zeit ist die Bezeichnung des Bahnhofs erhalten geblieben, der heißt immer noch Bahnhof Mainz-Bischofsheim und er ist wie auch der Bahnhof im benachbarten Gustavsburg Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs in Bischofsheim, das für die Fahrgäste genutzt wurde, stammt aus dem Jahr 1904 und zeigt sich mit kleinen Fachwerkelementen, einem zentralen Rundbogen und mit Jugendstil.

Das Wahrzeichen von Bischofsheim steht auch auf dem Gelände, nämlich der Wasserturm Bischofsheim. Er diente der Speisung der Dampflokomotiven. Der Wasserturm wurde 1912 gebaut und hat oben den Kugelbodenbehälter zehneckig umbaut. Dort sind Schiefer angebracht. Der 19m hohe Turm ist unten rund und im unteren Bereich aus Ziegelmauerwerk. Seit 1964 ist der Wasserturm allerdings arbeitslos.

In Bischofsheim sind hier und da Fachwerkhäuser zu sehen. Das älteste von ihnen ist das Gasthaus zur Krone nahe der evangelischen Kirche. Das Gasthaus wurde 1612 gebaut, erstreckt sich recht lang und hat zwei Geschosse.

Ganz in der Nähe steht das Heimatmuseum, das im ersten Rathaus von Bischofsheim seine Präsentationsräume gefunden hat. Das einstige Rathaus, 1651 gebaut und aus Fachwerk, wurde zwischenzeitlich auch als Schule genutzt. Seit 1996 präsentiert es die regionale Geschichte von Bischofsheim.

Die evangelische Kirche zeigt sich im barocken Kleid, sie hat aber mehrere bauliche Veränderungen über die Zeit erhalten. 1680 wurde der Chor angebaut und die barocken Erweiterungen sind aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die katholische Christkönigkirche, die nordwestlich Richtung Bahn liegt, wurde 1926 geweiht und entspricht einem modernen sakralen Baustil, der um die Zeit nicht unbestritten blieb, aber auch für Beachtung sorgte. Ziegelstein, Beton, ein Turm und eine Parabel sind einige der auffälligsten Merkmale. Auf dem Weg zum Bahnhof kommt man auch an einem weiteren Rathausbau vorbei, der hat ein Uhrentürmchen. In der nahe liegenden Frankfurter Straße ist ein älteres Gebäude auffällig, der Domstiftshof aus Stein sieht recht alt aus und wirkt wie ein Burgennebengebäude, wurde aber nicht näher datiert.

Südwestlich von Bischofsheim liegt das bekannte Autobahngeschlinge des Mainspitz-Dreiecks, aus dem Norden kommt die A 671 und in der Ost-West-Richtung fahren die Menschen und Güter auf der A 60. Ganz in der Nähe und an der Grenze zu Ginsheim liegt eine unerwartete kleine Oase mit dem Silbersee. Um ihn stand es mal gar nicht gut, etwa solange, wie darin gebadet und drumherum wild gegrillt wurde. Seit rund 30 Jahren ist das verboten und ein Verein kümmert sich um die Pflege. Jetzt ist der Silbersee wieder eine Ruhezone im Verkehrslärm, für Spaziergänger rundrum und die Fische im Wasser.