Birstein

Die Gemeinde Birstein liegt im Süden des Vogelsbergs. Ob es diese Südlage ist, der Birstein den Beinamen Perle des Vogelsbergs verdankt? Wir wissen es nicht. Sicher aber ist, dass Birstein ein staatlich anerkannter Erholungsort, Sitz von Schloss Birstein und Standort einer wirklich schmucken Kirche ist.

Die 1913-14 erbaute evangelische Kirche in Birstein ist zeigt im Wesentlichen Elemente des Jugendstils. Nur der Turm wirkt sehr barock, was damit zu tun hat, dass der schon deutlich älter ist. Bereits 1701 wurde eine ehemalige Kapelle zu einer Barockkirche und gleichzeitig zur Grablege des Fürstenhauses Isenburg umgebaut.

Von dichten Wäldern des Vogelsbergs umgeben ragt Schloss Birstein, das auf einem Bergsporn liegt, weithin sichtbar über die Region. Das Schlossensemble bezaubert durch seine Parkanlage mit den Innenhöfen. Geht man durch alte Baumbestände auf dem Rundweg um das Schloss lassen sich die Pracht und die Wehrhaftigkeit der ehemaligen Burg erahnen.

Seit Jahrhunderten schon ist das Schloss Fürstenresidenz derer von Isenburg. Schlossherr ist Alexander Prinz von Isenburg. Als Sicherungsburg im 13. Jahrhundert entstanden, diente es als Verwaltungssitz der Herren von Büdingen. Ihnen folgten die Herren von Trimberg und die Herren von Ysenburg wurden Mitbesitzer. 1438 konnten diese Birstein als Lehen übernehmen. Zur Residenz im Renaissancestil wurde es von den Grafen Reinhard, Philipp und Wolfgang Ernst von Ysenburg ausgebaut.

Der Kapellen-, Küchen- und Fürstenbau sind in ihrer Ausführung nahezu erhalten geblieben. Die Fassade und der Ausbau des sogenannten Neuen Schlosses geht auf den nassauischen Hofbaumeister Johann Wilhelm Faber zurück, der von 1763-68 daran arbeitete. Vor der massigen Front ist ein geometrisches Brunnenfeld angelegt. 1744 erhielt Wolfgang Ernst III. von Kaiser Karl VII. den Titel Reichsfürst und entsprechend Amt und Würde erstrahlt der stolze Barockbau. Groß angelegte Treppen, auf denen sich einige Brautpaare sicherlich schon ablichten ließen, führen in den Park.

Im Inneren führt eine freitragende Steintreppe zu den Sälen des Obergeschosses und der Beletage. Im Grünen Rokokosaal befindet sich ein Rest der Gemäldesammlung des Rheinbundfürsten Karl, der als General unter Napoleon diente. Ein Ballkleid und die Schuhe seiner Frau, Fürstin Charlotte von Erbach soll beides auf dem Wiener Kongress getragen haben, der 1814 und 1815 stattfand, sind ebenfalls ausgestellt.

Verlässt man Birstein nach Südosten, kommt nach Untersotzbach. Hier befindet sich die Sotzbacher Feuerwehrscheune. Das kleine Feuerwehrmuseum zeigt alte Handdruckpumpen, Feuerwehrabzeichen und einen fahrbereiteten Opel Blitz, der einst als Feuerwagen für Sicherheit sorgte. An der Sotzbacher Feuerwehrscheune gibt es auch einen kleinen Brandschutzlehrpfad.