Bienenfresserpfad von Ihringen nach Königschaffhausen (Kaiserstuhl)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 19 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑580m  ↓585m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese Streckenwanderung ist dem Bienenfresser gewidmet, oder wie der Zoologe sagt: Merops apiaster. Der wahrlich auffällige bunte Vogel überwintert in Afrika und kommt erst seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts an den Kaiserstuhl. Vorher galt er in Deutschland als ausgestorben.

Der Bienenfresser erinnert ein bisschen an einen Papagei, hat einen blauen Bauch, eine gelbe Kehle, rötlich braun und grüne Flügel und er liebt es schön warm. Da ist er im von Sonne verwöhnten Kaiserstuhl gerade richtig.

Landschaftlicher Reiz bietet der Bienenfresserpfad von Ihringen ins nördliche Königschaffhausen ebenfalls: Hohlgassen bei Ihringen und Vogtsburg-Bickensohl, Aussichten bei Kiechlinsbergen oder eine Pause im Krottenbachtal. Wald und Wein sowie die Orte zwischen Start und Ziel: Bickensohl, Oberrotweil und Bischoffingen bringen weitere Abwechslung.

Ihringen in Südbaden rühmt sich einer der wärmsten Orte Deutschlands zu sein. Das mag auch dem Bienenfresser gefallen. Wir starten an einem sonnigen Tag am Bahnhof Ihringen, das wir in Nordrichtung durchqueren. Wir sind auf rund 200m und müssen in den nächsten 4km etwa 170m an Höhe gewinnen.

Über die Schlichtengasse verlassen wir den Weinort und begegnen dem Knabenkrautpfad, den wir durch Wein und Wiesen wieder verlassen, um auf den Rischbühl (365m) zu kommen. Hier stoßen wir auf den Lösshohlwegepfad und gelangen zum Aussichtspunkt Bickensohl am Kaiserstuhl und wir können eine kleine Rast einlegen. Wir sind schon auf der Höhenlage und haben etwa 5,6km geschafft.

Die nächsten 500m geht es hinunter nach Bickensohl. Das 400-Seelen-Winzerdorf gehört zur Stadt Vogtsburg und liegt auf 262m. Rund um das Dorf führt auch ein Lösshohlwegepfad. Die Hohlwege am Kaiserstuhl bilden ein „wahres Labyrinth“ – heißt es in der Literatur und dass sich nur Ortskundige darin nicht verirren würden, was Mensch, Tier und Klima in den Löss eingegraben haben.

Wir durchqueren den Ort in östlicher Richtung und biegen dann von der Hohlgasse in nördliche Richtung in die Natur und die Eichgasse ein. Dort wo sie auf einen ausgebauten Weg stößt biegen wir in den nach links und kommen zum Vogesenblick. Ein gutes Stück weit rechts von uns erhebt sich mit 557m der Totenkopf. Wir folgen jedoch dem Sträßchen hinab nach Oberrottweil mit dem Krottenbach. Etwa die Hälfte der Wanderung haben wir hinter uns sowie Hunger und Durst.

Nach einer Stärkung geht es durch die Bahnhofstraße und den Henkenbergweg in Westrichtung aus dem Ort hinaus. In den Weinbergen biegen wir rechts ab und kommen nach einer Weile auf den Römerweg und über diesen nach Bischoffingen mit der St. Laurentius Kirche, die erstmalig 1139 erwähnt wurde. Fresken aus dem 15. Jahrhundert haben sich in ihrem Chor erhalten. 6km trennen uns noch vom Ziel und einige kleinere An- und Abstiege.

Wir genießen Aussichten auf das östlich vom Weg liegende Kiechlinsbergen und gehen hinunter in den Kirschenort Königschaffhausen, einem Stadtteil von Endingen. Hier an der Bahn ist unser Ziel. Nahe der evangelischen Kirche gönnen wir uns ein Eis! Einen, der Bienen frisst, haben wir leider nicht beobachtet.

Bildnachweis: Von Raúl Baena Casado  [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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