Bieberer Berg

In der flachen Untermainebene bei Offenbach fällt der Höhenzug Bieberer Berg auf. Seine höchste Erhebung liegt mit 130m in der Gemarkung von Offenbach-Bürgel, doch da der Bieberer Berg näher zum Stadtteil Bieber liegt, wurde er auch so genannt. Bürgel liegt nördlich von Bieber und zwischen beiden Stadtteilen verläuft die Bahnstrecke. Südlich der Gleise und nahe an Bieber erhebt sich der 179m hohe Schneckenberg.

Der Schneckenberg ist über einem ehemals 18m tiefen Kalksteinbruch entstanden und zwar aus Schutt und später Hausmüll. Der Schneckenberg musste aufwändig saniert werden und ist aufgrund von dennoch austretenden giftigen Gasen gesperrt. Auf der Südseite ist eine große Photovoltaikanlage entstanden. In der Nähe ist ein großer Wasserhochbehälter, der 1966-68 gebaut wurde, als 45m hoher Doppelturm eine prägende Marke.

Der Bieberer Berg ist bekannt durch das Stadion am Bieberer Berg, wo die Kickers Offenbach 90 Jahre spielten. Das Stadion am Bieberer Berg wurde 1921 gebaut und 2011-12 abgerissen. An seiner Stelle steht nun das Sparda-Bank-Hessen-Stadion mit 20.500 Plätzen. Die Kickers Offenbach tragen hier weiterhin ihre Heimspiele aus. Der Offenbacher Fußball Club Kickers wurde 1901 gegründet und hat die Farben rot-weiß. Ein bekannter Fußballer war Jimmy Hartwig, der von 1973-74 bei den Kickers spielte, in Offenbach geboren wurde und in der Lohwaldsiedlung aufwuchs. Der Hanauer Rudi Völler spielte von 1977-80 bei den Kickers. Bis auf das Stadion ist der „Gipfel“ des Bieberer Bergs unbebaut. Der Nordhang dagegen ist bebaut.

Am Ortsrand zu Bieber steht der Bieberer Aussichtsturm, der 1882 mit 27m Höhe aus hellem Sandstein und roten Mauerziegeln gebaut wurde (an Sonn- und Feiertagen zu besichtigen). Der Turm mit Burgencharakter steht genau genommen auf dem Gebiet von Rumpenheim. Von seiner Aussichtsplattform in 24m Höhe hat man einen guten Blick über die Region bis hin zum Spessart, dem Odenwald und in den Taunus.

Nördlich des Stadions ist mit dem Leonhard-Eißnert-Park der größte Park der Stadt Offenbach zu finden. Auf dem Gelände des 22ha großen Volksparks ist die Jugendverkehrsschule der hessischen Polizei, wo bereits einige Kinder das Radfahren eingeübt haben, und seit 2007 auch ein Kletterpark zuhause. Der Kletterpark mit 3ha wird von Fun Forest angeboten. Über 100 Bäume wurden mit Seilen verbunden, die in fünf bis 15m Höhe Kletterabenteuer bieten.

Leonhard Eißnert (1866-1949) ließ den Park als städtischer Dezernent 1911 anlegen. Er hieß damals Waldpark am Bieberer Berg. Der Park erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen des einstigen Bürgermeisters Eißnert. Auf dem Areal finden sich ein Gefallenendenkmal aus Muschelkalkstein (1924-26) und ein Wassersprühfeld, das an heißen Tagen Kinder zum Toben einlädt. Zum Park gehört auch die Suppenschüssel, wie die kreisrunde Senke am Rand genannt wird. Sie ist ein Ort für Konzerte und bei Schnee wird die Kuhle von Kindern zum Rodeln genutzt.

Südwestlich schließt sich als Ausläufer und Naherholungsgebiet der Buchhügel an. Der liegt zwischen der Stadt Offenbach und dem Stadtteil Bieber und markiert eine Kaltluftschneise. Auf dem ehemaligen Gelände der Stadtgärtnerei entstand 2005 der Wetterpark Offenbach als Themenpark und Freilichtmuseum. Verschiedene Wetterereignisse werden auf rund 20.000qm dargestellt. Die Stationen zu Blitz, Donner, Sonne, Regen und Atmosphäre, um nur einige zu nennen, sind mit Kieswegen verbunden. Der Wetterpark ist tagsüber frei zugängig.

Seit Ende 2006 verfügt der Wetterpark auch über einen 12m hohen stählernen Aussichtsturm, in dem die Begriffe Sichtweite und Lufttrübung erklärt werden, weshalb der Turm auch Sicht-Turm genannt wird. Von hier aus sieht man die Frankfurter Skyline und bei guten Verhältnissen den Großen Feldberg (881m). Der Turm ist auch ein Highlight im Regionalpark Rhein-Main.

Südlich des Wetterparks Offenbach befindet sich der Stadtteil Tempelsee. Dort liegt auch ein kleiner Park mit dem Tempelseeweiher. Der ist ein Überbleibsel eines früheren Bergwerks. Der Stadtteil wurde nach einer alten Mühle am Hainbach benannt. Tempel ist die Ableitung von Tümpel. Auffallend in Tempelsee ist die katholische Kirche St. Konrad. Das Bauwerk, dessen Arme ein Kreuz tragen, erinnert ein wenig an ein Triangel.

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