Besucherbergwerk Fell

Zwischen Fell und Thomm im Nossertal liegt das Besucherbergwerk Fell. Fell gilt als das Wein- und Schieferdorf an der Mosel und der Abbau von Dachschiefer, dem schwarzen Gold des Ortes, war lange Zeit neben dem Weinbau Ernährungsgrundlage der Feller – bis in die 1970er Jahre hinein.

Die Dachschiefergrube Fell stammt aus der Jahrhundertwende und hat zwei Stollen. Der Stollen Hoffnung wurde 1850 genannt und er liegt etwa 25 m über dem Stollen Barbara, der 1908 gegraben wurde. Als man das Schaubergwerk eröffnete, hat man beide Stollen durch einen 100m langen Treppenschacht miteinander verbunden.

Bei einer Führung, die rund eine Stunde in Anspruch nimmt, bei einer weitestgehend konstanten Temperatur von 12 bis 13 Grad, sieht der Besucher in den Abbaukammern des blaugrauen Dachschiefergesteins die schwere und auch gefährliche Arbeit der Bergleute, anschaulich dargestellt durch traditionell gekleidete Schaufensterpuppen.

Dass es dabei nicht eben leise und staubfrei zuging, kann man sich denken. Das Gestein wurde durch Schrämen oder Abkeilen aus dem Berg gebrochen, wo das nicht ging, halfen Sprengungen. Die Gesteinsblöcke kamen nach oben und wurden über Tage in kleinere Blöcke gehauen. Diese Blöcke wurden als nächstes durch Spalten in Platten zerlegt. Doch auch das kam noch nicht aufs Dach. Es fehlte noch die Dachschieferform, die mit einem Schieferhammer zugerichtet wurde. Die vielen Handgriffe und die Energie, die in eine solche Natursteinschieferplatte fließen sind schon beachtlich!

Das Besucherbergwerk Fell, 1997 eröffnet, bietet neben dem eindrücklichen Schachterlebnis ein interessantes Infozentrum. Das ist schon deswegen interessant, weil das bestehende Museumsgebäude bei der Vergrößerung mit in das neue Gebäude gewickelt wurde: Einhausung, heißt es dazu. Man brauchte mehr Platz, um das Museum für die Besucher interessanter und aktiver zu gestalten, dazu zählte auch ein Bistro und multifunktionale Räumlichkeiten zu integrieren.

Die Themen der Ausstellung liegen natürlich im Schwerpunkt auf der Bergarbeit, den Steinen und dem Ort Fell. Das kann via Daten und Zahlen vermittelt werden, oder per Bildern und Aussagen von Bergleuten, Sinnsprüche und Erlebnisschilderungen. Der Besucher kann sich kundig machen über Geologie und Besonderheiten sowie den Techniken des Abbaus früher und heute und dabei kann er selbst was tun: Klappen öffnen, Dinge bewegen und sich die Informationen unterhaltsam erschließen. Dazu gibt es noch Infos über Fledermäuse und den Weinbau.

Von April bis Oktober ist das Besucherbergwerk Fell geöffnet. Am ehemaligen Betonwerk und auf der Halde der Grube Schürzig kann geparkt werden. Wer nicht so gut zu Fuß ist, dem stehen Parkmöglichkeiten am Infozentrum zur Verfügung. Und dann gibt es auch noch in der Saison den Schiefer-Express der Moselbahn, der von Trier zum Besucherbergwerk führt.

Südöstlich von Fell steht der Feller Hof auf einer Höhe von rund 400m. Der Bauernhof unter anderem mit Pferden und Gastronomie liegt im FFH-Gebiet Fellerbachtal und am Schiefer-Wackenweg und er ist beliebtes Ausflugsziel.

Auf der Traumschleife Schiefer-Wackenweg (12km) kann man schön die Bergbaugegend um Fell erkunden. An der Strecke durch Wälder, Bachtäler, Wiesen und Felder liegen die Herler Wacken, ein Felsenzug aus Quarzit, der Feller Hof, der einstige Steinbruch Vogelsberg, das Besucherbergwerk Fell, das frühere Betonsteinwerk Fell sowie die Thommer Schiefergrube und die Halden Thommerberg. Start und Ziel ist in Thomm.

Vgwort