Bellnhausen (Fronhausen)

Bellnhausen ist der südlichste Ort an den Marburger Lahnbergen im Übergang zum Lumdatal. Das Dörfchen gehört zur Gemeinde Fronhausen und liegt direkt an der Lahn. Nördlich des Ortes erstreckt sich das Naturschutzgebiet Lahnaltarm von Bellnhausen, der als natürliches eutrophes Gewässer mit angrenzenden Auwaldresten und Grünlandflächen als Lebensraum für seltene Tierarten gilt.

In Bellnhausen fällt die evangelische Dorfkirche ins Auge. Der Ursprung des kleinen romanischen Saalbaus mit rechteckigem Chor liegt im 13. Jahrhundert.

Deutlich jünger ist das Bürgerhaus Bellnhausen. Die Bausubstanz wurde 1877 in Treis an der Lumda abgeschlagen und hatte dort zunächst als Amtsgericht gedient. In Bellnhausen nutzte man die Immobilie aus der Biedermeierzeit bis 1968 als Schule. Danach wurde es zum Bürgerhaus umgewidmet. Ebenfalls 1877 entstand die Lahnbrücke Bellnhausen. Die Sandsteinbrücke wurde 1877 erbaut und ersetzte eine alte Holzbrücke.

In Richtung Lahnaltarm wurde 1853 vom Bergmann Lentz der Felsenkeller Bellnhausen angelegt. Ursprünglich wurde er als Kühltruhe benutzt: Im Winter wurde hier Eis eingelagert und mit Schichten von Spreu isoliert – so hatte der Bellnhausener Gastwirt im Sommer Eis! Später dann, im zweiten Weltkrieg, nutzten die Menschen den Keller als Luftschutzkeller. Heute verfällt der Felsenkeller nach und nach.

Folgt man der Lahn von Bellnhausen aus flussaufwärts in Richtung Roth passiert man den Röthger Pfuhl. Auch er entstand aus einem Altarm der Lahn und wird heute als Angelgewässer genutzt.

Südlich von Bellnhausen liegt die Bellnhäuser Mühle an der Zwester Ohm. Die Zwester Ohm mündet zwischen Bellnhausen und Sichertshausen in die Ohm und hat bis dahin 20km von ihrer Quelle bei Wermertshausen zurückgelegt. In Sichertshausen gibt es übrigens eine sehenswerte Kirche. Die evangelische Kirche Sichertshausen wurde 1780 als Fachwerkgebäude errichtet, das teils verputzt, teils verschiefert ist.