Bechen (Kürten)

Aus der Zeit vor der Industrialisierung, als Waren noch zu Fuß bzw. mit Tragetieren zu den Märkten gebracht werden mussten, um sie dort zu verkaufen, stammt ein wenig schmeichelhafter Spitzname für die Einwohner von Bechen: die Bechener Esel. Im Falle der Bauern aus Bechen wurden die Erzeugnisse auf Eseln nach Köln zum Markt gebracht. Da diese Grautiere ihren eigenen Willen haben, kamen die Bechener immer wieder mal zu spät. Mit der Zeit spotteten die Marktbesucher, sie würden noch warten mit dem Kaufen, da die Bechener Esel noch nicht da wären. Und flugs war der Name der Tragetiere auf seine Besitzer übergegangen.

Offensichtlich haben die heute ca. 2.800 Bechener einen guten Sinn für Humor, denn aus der Not wurde eine Tugend gemacht - und der Esel zum Wahrzeichen von Bechen ernannt. So steht bei der Bechener Kirche ein Eselsdenkmal, die Karnevalsvereine haben ihre Freude mit dem Thema, und der jetzige Ortsteil von Kürten wurde zum Eselsdorf im Sülztal. Wanderfreunde nutzen den Wanderparkplatz Bechener Esel.

Der Bechener Esel steht in unmittelbarer Nähe der der katholischen Pfarrkirche St. Antonius Einsiedler. Eine Ersterwähnung der Kirche findet sich in Unterlagen aus dem Jahr 1175. Der neugotische Bau von heute wurde 1876-78 errichtet. 1976-77 entstand der neue Chor als polygonaler Betonbau. Seitdem ist der Kirchturm freistehend. Die neugotische Innenausstattung der Bechener Kirche ist weitgehend erhalten. Hinter der Kirche liegt das alte Pastorat, ein schmuckes Pfarrhaus, das 1876-79 erbaut wurde.

Am Südwestrand von Bechen steht die St. Maternus Kapelle, ein verputzter Bruchsteinbau, der vermutlich im 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit einer Pestepedemie errichtet wurde.

Die St. Maternus Kapelle gehörte zum mittelalterlichen Rittergut Pohl. Von dem ist heute ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert erhalten, sowie die frühere Pohler Mühle und ein letzter der ehemals fünf Fischteiche.

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