Bad Münstereifel

Eine der besterhaltenen historischen Städtchen in der Eifel ist Bad Münstereifel an der Erft mit seiner beeindruckenden Stadtumwehrung, der Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria, dem Romanischen Haus, den Museen und den zahlreichen hübsch sanierten Fachwerkhäusern. Münstereifel geht auf das Jahr 830 zurück als der dritte Abt von Prüm hier ein Kloster gründete. 1959 wurde Münstereifel Kneipp-Heilbad und seit 1967 trägt es den Namen Bad Münstereifel.

Der historische Kern von Bad Münstereifel ist von der 1,6km langen Stadtumwehrung eingefasst, die ab Ende des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Vier Stadttoren gibt es entlang der Stadtmauer: Das Werther Tor im Norden mit dem Natur- und Landschaftsmuseum, das Johannistor am östlichen Stadtausgang, benannt nach der Pfarrkirche St. Johannis oberhalb des Tores, das Orchheimer Tor als südliches Stadttor und das Heisterbacher Tor im Westen der Stadtmauer.

Das Heisterbacher Tor ist der höchste Punkt der Bad Münstereifeler Stadtbefestigung. Auf der Plattform des Stadtturms wurde ein sogenannter Eifel-Blick eingerichtet, von dem aus man einen eindrucksvollen Blick über den historischen Stadtkern von Bad Münstereifel und die angrenzenden Höhenzüge im Osten sowie das Goldene Tal im Süden der Stadt hat.

Die Burganlage aus dem 13. Jahrhundert prägt neben der Stiftskirche das historische Ensemble. 1689 wurde die Burg Münstereifel von abziehenden Franzosen angezündet. Seit 1984 befindet sich die Burg in Privathand und wird wirtschaftlich genutzt. Luxuswohnungen sind dort zu finden und Gastronomie.

Münstereifel war einst bedeutender Standort von bis zu sieben Klostergemeinden, die auch heute noch bedeutende Bauten prägen, wie die Jesuitenkirche mit dem angrenzenden St. Michael Gymnasium am Markt. Das Schulgebäude wurde 1659-1727 erbaut und beherbergt neben dem Schulbetrieb eine Jesuitenbibliothek mit rund 2.000 Bänden, worunter sich einige befinden, die vor 1500 gedruckt worden sind.

Am Markt steht auch ein Brauhaus mit dessen Türmchen es so seine Bewandtnis hat. Hoch empor reckt sich an dem weiß verputzten Haus ein Türmchen mit kreisrunden Öffnungen. Das Secktürmchen ist eine Hinterlassenschaft der Hinterlassenschaft. In dem Türmchen wurde Pipi gesammelt vom Seckhannes. Der sammelte von den Haushalten und kübelte die Nierenausscheidungen der Münstereifeler in den Turm. Daraus wurde unter Zugabe von Soda und anderen Stoffen eine Flüssigkeit, um Schafwolle verarbeiten zu können. Die Woll- und Tuchindustrie war ein Wirtschaftsfaktor, welcher der Stadt einen Teil des Wohlstands sicherte.

Auffallend im Stadtbild ist das rote Rathaus mit einem Treppengiebel über einer Hälfte. Das einstige Rathaus und Gewandhaus der Tuchmacher wurde erstmalig 1476 erwähnt. Später diente es nur noch als Rathaus und in der oberen Halle wurde der Ratssaal integriert. Im 19. Jahrhundert war das Rathaus Bierlager und Mälzerei, bevor es ab den 1930er Jahren wieder Amtssitz des Rates und der Stadtverwaltung wurde. Vor dem Rathaus kann man auch noch einen Pranger bestaunen.

Schön anzuschauen ist das Windeckhaus, das größte einer Gruppe von Fachwerkhäusern im Süden der Altstadt Richtung Orchheimer Tor. Das Windeckhaus wurde 1644-64 gebaut. Reiches Schnitzwerk und zwei Hängestubenerker machen es zu einem der schönsten Fachwerkhäuser der Eifel.

Bekannt war Bad Münstereifel auch für das Café, das der Volksmusik- und Schlager-Sänger Heino 16 Jahre lang betrieb. Das Café musste allerdings weichen, da Bad Münstereifel seit 2014 den historischen Stadtkern zu einem großen Factory Outlet Center umkrempelte. Das Eifel City Outlet ist ein neuer Besuchermagnet für das Eifelstädchen.

Es gibt aber immer noch ein Heino-Café, allerdings ohne Mitwirkung des Sängers. Das neue Heino-Café ist im Kurhaus untergebracht, in dem der Barde auch privat wohnt. Das lang gestreckte Kurhaus mit einem Türmchen liegt an einem Südhang und man hat von der Terrasse einen fantastischen Blick auf die Altstadt. Im Kurhaus ist ferner ein Hotel und Restaurant sowie eine Saunalandschaft. Vom Kurhaus ist es nicht weit in den Kurgarten, der sich westlich anschließt.

Etwas außerhalb von Bad Münstereifel findet man im Stadtwald die Reste der alten Burg Münstereifel. Die Alte Burg ist eine Wehranlage aus dem 9. Jahrhundert und ihre Ruinen verteidigen sich heute gegen das überwuchernde Grün.