Büsbach (Stolberg)

Büsbach liegt auf einem Höhenrücken und ist von den Naturschutzgebieten Bärenstein und Brockenberg umgeben. Büsbach wird westlich von der Inde umflossen. In Büsbach finden sich etliche Bauten aus Bruchstein. Zu nennen ist hier die ehemalige Bürgermeisterei, die heute als Bürgerhaus dient. Das stattliche Gebäude hat zwei Geschosse und elf Achsen mit einem Mittelrisalit.

In Büsbach auffällig ist die katholische Pfarrkirche St. Hubertus, denn sie ist seit 1996 ihren 54m hohen Turm los. Wegen Baufälligkeit musste er abgerissen werden, obwohl die Kirche erst 1864 errichtet wurde. Es stimmte was mit dem Mörtel nicht und die Turmspitze musste abgetragen werden. Ein Glockenturm steht jetzt neben der Kirche.

Wer sich fragt, warum die Büsbacher Bareschesser genannt werden und sich sogar ein Denkmal aus Kupfer dafür haben errichten lassen, sollte trotzdem vorsichtig mit dem Wort umgehen, denn es war mal ein Schimpfwort, das auf einer „Ferkelei“ eines angetrunkenen Mannes im Jahre 1907 beruhte, den die Not plagte und der sich dann auf einen gewissen Topf hockte und ... Das Denkmal des Mannes, der sich den Hosenträger spannt und den Topf anstrebt repräsentiert heute auch eine gewisse Abgrenzung der Büsbacher zur Eingemeindung nach Stolberg, sie seien keine Stolberger sondern Büsbacher Bareschesser, sagen sie selbst.

Südöstlich des Büsbacher Ortskerns ist das Naturschutzgebiet Brockenberg auf einer Höhe von 260m. Es ist eines von insgesamt 37 zu Stolberg zählenden Naturschutzgebieten. Unter der Erdoberfläche liegt ein Kalksteinrücken, der im Raum Stolberg und Aachen galmeihaltig ist. Man sieht auf dem Brockenberg eine Pingenlandschaft und den ehemaligen Steinbruch Schennskull, der abgesperrt wurde, da das Naturschutzgebiet bedroht ist. Man gewann auf dem Flecken Galmeierz, das der Messingherstellung diente. Erhaltenswert ist die Flora und Fauna, die sich speziell auf dem mageren Boden wohlfühlt, wie das Galmeiveilchen oder die Thymian-Seide.

Am östlichen Ortsrand von Büsbach und nahe von Stolberg liegt das Naturschutzgebiet Bärenstein. In dem einstigen Steinbruch wurde Kalk- und Dolomitgestein abgebaut. Östlich davon liegt die einstige Bleihütte Binsfeldhammer, die eine von zwei Bleihütten ist, die Blei aus Erz gewinnt. 1846 wurde die Bleihütte im Vichtbachtal an Stelle des Kupferhofs Binsfeldhammer errichtet. Die Hütte wechselte des öfteren ihre Besitzer und man musste ein umfangreiches Umweltschutzpaket auf den Weg bringen. Die Berzelius Bleihütte ist nach wie vor in Betrieb und fördert 150.000t Blei und Bleilegierungen sowie 100.000t Schwefelsäure. Naturschutz und Wirtschaftlichkeit wohnen hier Tür an Tür.

Ein weiteres nahe an Büsbach gelegenes Naturschutzgebiet heißt Tatternsteine mit Talaue. Darin zu finden ist eine 5m hohe Felsformation, die Tatternsteine heißen. Benannt nach dem einstigen Kupferhof Gedau entstand für den Untergrund der Begriff des Gedauer Konglomerats aus verfestigtem Schotter aus Jahrmillionen. Durch den Durchfluss der Inde entstand hier ein schützenswertes Feuchtbiotop, in dem sich seltene Amphibien wohlfühlen.

Nördlich von Gedau liegt die Bocksmühle die 1646 im Besitzbuch der Abtei Kornelimünster auftaucht und als Tiefmühle zur Kesselherstellung gedient hat. 1906 brannte sie als Spinnerei ab und heute werden die verbliebenen Gebäude landwirtschaftlich genutzt. Noch weiter nördlich liegt die Haumühle am Rand des Münsterbuschs, die aus zwei Hammerwerken bestand und im Anschluss auch der Textilindustrie diente. 1938 brannte es hier auch und heute finden sich Kleingewerbe am Ort.

Westlich von Büsbach und nahe des Brander Walds liegt die Elgermühle an der Inde. Die Elgermühle ist eine einstige Kupfermühle. Ihre Bauten stammen im Kern aus dem Jahr 1595. Seit der Gründung wurde die Elgermühle fast durchweg betrieben. Damals war die Reichsabtei Kornelimünster die Lehnsherrin der Mühle. Um 1815 endete die Ära der Messingverarbeitung und die Mühle kam an einen Nadelfabrikanten, bis das Wasser zu knapp wurde für die Nadelwetzmühlen und man zur Getreidemühle und Wollspinnerei umrüstete. Heute ist der rund 1200m lange Mühlengraben verlandet und es gibt keinen Mahlbetrieb mehr.

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