Aufstieg zum Kehlsteinhaus (Berchtesgadener Alpen)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 51 Min.
Höhenmeter ca. ↑697m  ↓176m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wer das Berchtesgadener Land entdecken will, wird um diese Touri-Tour vermutlich nicht umhinkommen. Die Strecke bietet Alternativen: Füße, einen Bus und einen Fahrstuhl. Allen gemein ist das Ziel auf 1.834m, das Kehlsteinhaus unterhalb des Kehlsteingipfels (1.881m) bei Berchtesgaden.

Das Kehlsteinhaus ist ein Beispiel von NS-Architektur. In nur 13 Monaten wurde es fertiggestellt und Adolf Hitler 1939 zum 50. Geburtstag geschenkt. Bald war es als Eagle’s Nest bekannt. Schon drunten am Start schwant uns, dass wir die herrlichen Aussichten vom Adlerhorst mit vielen Interessierten werden teilen müssen. Wir wollen trotzdem hin!

Start ist auf dem Parkplatz Roßfeldstraße nahe der Buchenhöhe und östlich von Berchtesgaden. Wollten wir die für den Individualverkehr gesperrte etwa 7km lange Straße mit dem Bus fahren, würden wir an der Salzbergstraße einsteigen. Wir gehen erst ein Stück Scharitzkehlstraße, biegen denn nach links ab und treffen etwas später auf die Busfahrer. Das passiert uns noch einmal und wir hoffen, dass die Ladungen schon wieder auf dem Rückweg sind, wenn wir oben ankommen.

Rund 1,6km sind gegangen und wir können uns von der Fahrstraße endgültig verabschieden. Es geht weiterhin stetig bergauf durch die Bergwelt. Etwa bei rund 1.400m und nach etwas über 4km steigt der Weg in Serpentinen an. Über die gehen wir bis zum Kehlsteinhaus – wo Hitler übrigens lediglich etwa zehn Mal gewesen sein soll. Die Anreise war recht aufwändig und er hatte Angst vor Blitz im Lift und Bomben der Alliierten – er hätte es wohl anders formuliert.

Noch ein Stückchen ohne Serpentinen und wir sind am Busparkplatz. Jetzt könnten wir den Fußweg hinauf nehmen, aber es ist gerade recht verlockend: Es gibt einen 124m Aufzug. 124m geht man auch durch einen 3m hohen Tunnel, um den Fahrstuhl zum Adlernest zu betreten. Von innen ist der Kehlsteinlift mit Messingplatten und venezianischen Spiegeln verkleidet – „nobel geht die Welt zugrunde“, liegt einem auf den Lippen. Noch keine Minute edles Heraufschweben und wir sind oben im heutigen Berggasthof.

Der absolute Wahnsinn, was die sich seinerzeit zuammengebaut haben, auf diesem Felsen – erhabene Aussichten! Wir inspizieren das Kehlsteinhaus und erfahren eine neue Dimension, auch im Hinblick auf die Redewendung: Ich steh hinter dir … Eindeutig zu viel Betrieb hier. Wir machen trotzdem eine Pause in der Geschichte, bewegt von den Eindrücken, und werden eine etwas abgeänderte Strecke für den Abstieg wählen. Erst den Kehlsteinfußweg zum Parkplatz in Serpentinen hinunter und dann auf den Kehlriedlsteig.

Bildnachweis: Von Cmgrimm [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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