Auf den Spuren des Windecker Altbergbaus


Erstellt von: Sokratekk
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 52 Min.
Höhenmeter ca. ↑375m  ↓375m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese knapp 11km lange Reise durch die Geschichte des Erzbergbaus im Windecker Ländchen beinhaltet den Bergbauwanderweg der Grube Silberhardt, der durch einige interessante Stationen erweitert wird. An mehreren Stationen kann der interessierte Wanderer hierbei alles über den Erzabbau und dessen Verarbeitung erfahren. Des weiteren führt die hier vorgeschlagene Wanderung zu zwei relativ unbekannten Bergbaustollen, die einige nicht alltägliche Einblicke in das Berginnere gestatten. Eine gute Taschenlampe sollte daher auf jeden Fall mitgeführt werden.

Der Startpunkt des Rundweges ist der Parkplatz der Grube Silberhardt. Eine Befahrung dieses Besucherbergwerkes ist sehr lohnenswert und stellt einen idealen Einstieg (oder Abschluss) dieser Tour da! Alle Infos hierzu: www.grube-silberhardt.de

Nach einigen Metern in Richtung Süden erreichen wir den kurzen Aufstieg zur Grube Prosa, dessen Stollenmundloch baulich eingefasst und sehr schön hergerichtet wurde. Vorbei an der Schachtanlage der Grube Eisenberg geht es weiter talabwärts, vorbei an den dort aufgebauten Holzkohlemeilern und Rennfeueröfen, bis wir die Grube Zwischenfeld erreichen.

Hier verlassen wir die ursprüngliche Streckenführung des Bergbauwanderweges und folgen dem Weg hinab ins Tal, der dort auf eine Straße im Naturschutzgebiet Rosbachtal führt.

Unmittelbar vor dem Aufeinandertreffen der Wege, kann man rechtsseitig des Weges die enorme Abraumhalde der ehemaligen Grube Jucht erkennen, in der seinerzeit Blei, Zink und Eisen abgebaut wurde.

Des weiteren erkennt man hier eine größere Pinge, eine trichterförmige Vertiefung auf dem Plateau.

Auf diesem Krater hat sich damals der ehemalige Maschinenschacht befunden. Durch Senkungen des Erdreiches in den darunterliegenden Gangzügen, rückte das Gestein an der Erdoberfläche nach, wodurch diese charakteristischen Senken entstanden.

Wir überqueren die Straße und biegen in den ebenerdig verlaufenden Waldweg ein. Gegenüber der Grube Jucht, auf der anderen Bachseite, befindet sich unterhalb des Weges ein kleinerer Stollen, der erst vor kurzem wieder freigelegt wurde. (N50°48.850 E007°38.940). Am Ende dieses ca. 10 Meter langen Ganges befindet sich ein interessanter Riss der Gesteinsschichten, aus der Wasser austritt. Vermutlich war dieser Stollen ein ´Probeanhau´ der nicht auf die entsprechenden metallhaltigen Gesteine stieß und daher nicht weitergeführt wurde.

Nach einigen hundert Metern kann man durch den lichter gewordenen Wald eine größere Abraumhalde links im Hang erkennen. Oberhalb davon befindet sich das Stollen Mundloch der Grube Leonide in der Eisen abgebaut wurde. (N50°48.719 E007°38.931). Der Hauptgang dieses Stollens trifft nach ca. 50 Metern auf ein Kreuzung, von der nach links ein ca. 5 Meter langer Gang in einem Hohlraum endet.

Rechtsseitig führt der Weg an einigen verschütteten Gangzügen vorbei, um nach einem 90 ° Knick ebenfalls zu enden. Der Hauptgang setzt sich weitere 30 Meter weit fort, wo ein Versturz das weitere Begehen verhindert.

Durch die Gesteinsbrocken kann man sehen, dass sich der Gang noch weiter fortsetzt. Innerhalb der Gänge verläuft ein mit Nägeln an der Wand befestigtes Schnursystem, welches zum Ausmessen der Länge der Stollen gedient hat.

Zurück auf dem Weg setzten wir den Weg vorbei am Försterhaus fort, bis wir auf eine Abzweigung treffen der wir nach links den Berg hinauf folgen. Nach kurzer Strecke biegt der Weg wieder nach links ab, so dass wir uns nach einiger Zeit oberhalb der Grube Leonide befinden.

Hier können wir ebenfalls eine größere Pinge im Berghang ausmachen. Zudem finden sich hier links vom Weg zwei Vertiefungen, von der eine ein Stolleneinstieg war. Vermutlich traf dieser nach 3 Metern eingestürtzte Gang auf den Hauptgang der Leonide. Hier sollte man von einem Betreten des Stollens jedoch absehen, sich mehrere Tierkadaver in dem Gang befinden! Rechtsseitig des Weges lassen sich immer wieder die tafelbergähnlichen Abraumhalden ausmachen, die auf weitere Stollen, deren Mundlöcher jedoch fast alle verschüttet sind, schließen lassen.

Nach kurzer Zeit erreichen wir den Ort Distelshausen, hinter dem wir nach links wieder ins Tal hinabwandern.

Wir folgen dem nach rechts abbiegenden Weg, der über die Freiflächen unterhalb von Kohlberg führt.

Kurz nachdem wir wieder den Wald erreicht haben, treffen wir wieder auf den Bergbauwanderweg, dessen weitere Streckenführung wir nun folgen. Nachdem wir den unteren Stollen der Grube Silberhardt erreicht haben, folgen wir der Straße bergauf, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Wichtige Anmerkungen:

Das Betreten der Stollen erfolgt auf eigene Gefahr!

Aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes dürfen Stollen und Höhlen zum Schutz der darin überwinternden Fledermäuse nicht vom 01.10. - 01.04 betreten werden!

Die hier vorgeschlagene Streckenführung wird auch von Geocachern benutzt, daher bitte nichts verändern oder entfernen!

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