Auf dem Württembergischen Wein-Wanderweg durchs Weinsberger Tal


Erstellt von: Heilbronner Land
Streckenlänge: 64 km
Gehzeit o. Pause: 15 Std. 28 Min.
Höhenmeter ca. ↑1369m  ↓1369m
Weinwanderweg Weinsberger Tal WT5

Das Weinsberger Tal ist eine bekannt Weinlage im Anbaugebiet Württemberg und liegt zwischen dem Neckar und den Löwensteiner Bergen östlich von Heilbronn. Klar, dass durch diese alte Weinbauregion auch der Württembergische Wein-Wanderweg führt, der mit rund 470km längste Weinwanderweg in Deutschland. Da man die Gesamtdistanz selten angehen kann, empfiehlt sich diese Rundwanderung durchs Weinsberger Tal, die man an einem verlängerten Wochenende gut schafft.

Als Startpunkt für die Wanderung bietet sich der Bahnhof in Weinsberg an, der von der Hohenlohebahn angesteuert wird, die Schwäbisch Hall und Heilbronn verbindet. Ab dem Bahnhof folgen wir dem Württembergischen Wein-Wanderweg nach Osten und kommen durchs Saubachtal vorbei am Freibad Weinsberg und dem von Weinbergen umgebenen Rappenhof zur Autobahn A 81, die passiert werden muss.

Hinter der Autobahn steuert der Weg den Lehrensteinsfelder Weiher an und erreicht dann den Weinbauort Lehrensteinsfeld. Leider lässt der Wein-Wanderweg das sehenswerte Schloss Lehrensteinsfeld aus. Man sollte die rund 200m Umweg in Kauf nehmen. Das im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil erbaute und später klassizistisch umgebaute Schloss Lehrensteinsfeld beherbergt heute ein Weingut.

Durch die Weinhänge an den Ausläufern der Löwensteiner Berge geht es nach Löwenstein, einem bekannten Weinort im Weinbaugebiet Württemberg. Man passiert das Manfred-Kyber-Museum, das Rathaus und die Alte Kelter und verlässt Löwenstein in Richtung Waldfriedhof. Löwenstein liegt wie auf einer Terrasse hoch über dem Weinsberger Tal. Bei guter Fernsicht reicht der Blick über die Hohenloher Ebene, das Kocher- und Jagsttal bis zu den Erhebungen des Odenwaldes und in die Kurpfalz.

Jetzt leitet die Wanderung nach Norden über Reisach und Eichelberg hinauf nach Eschenau mit sehenswertem Rokoko-Schloss. Schloss Eschenau wurde im 16. Jahrhundert anstelle einer zuvor zerstörten Burg errichtet und später umgebaut.

Weiter geht es in die Bretzfelder Ortslage Dimbach. Der Alte Kirchturm in Dimbach ist der Überrest einer 1562 erstmals erwähnten Sebastianskirche, die 1839 bis auf den Turm abgebrochen wurde, um Platz für das Schul- und Rathaus zu machen. In Dimbach befinden sich außerdem mehrere historische Gasthöfe sowie die Alte Kelter am Kelterplatz.

Hinter Dimbach muss erst die Autobahn A 6 und dann erneut die Autobahn A 81 genommen werden, bevor es durch eine landschaftlich reizvolle Passage über den Scheuerberg (310m) hinüber nach Neckarsulm geht, wo – der Name sagt es – die Sulm in den Neckar mündet. Neckarsulm ist heute zwar mehr von Industrie geprägt – Audi produziert hier mit 14.000 Beschäftigten. Aber Neckarsulm ist auch ein klassischer Weinort. 1855 soll hier die erste deutsche Winzergenossenschaft gegründet worden sein, was u.a. Thema der Promotionsschrift des ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuß wurde. 4

Auch in Neckarsulm lässt die Wanderung alle städtischen Sehenswürdigkeiten wie das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum im früheren Deutschordensschloss, das Rokoko-Rathaus und die Große Kelter aus und führt direkt weiter nach Binswangen. Hier steht die sehenswerte katholische Pfarrkirche St. Michael, die 1788 im Barockstil erbaut wurde.

Ein letztes Mal muss hinter Erlenbach eine Autobahn – die A 6 – gequert werden. Jetzt leitet der Wanderweg zum Schemelsberg (287m) und erreicht wenig später die Burgruine Weibertreu aus dem frühen 11. Jahrhundert. Bekannt ist die Burg durch die namengebende „Treu-Weiber-Begebenheit“ von 1140, als nach der Kapitulation der belagerten Burg die treuen Weiber von Weinsberg ihre Männer vor der Hinrichtung retteten, indem sie sie auf dem Rücken den Berg hinuntertrugen. Durch ihre exponierte Lage in der südwestlichen Ecke des Weinsberger Kreuzes der Bundesautobahnen 6 und 81 ist die Burgruine vielen Autofahrern vom Sehen bekannt.

Das letzte Stück des Rundwegs im Zeichen des Weins führt zur evangelischen Johanneskirche, eine romanische Basilika aus dem frühen 13. Jahrhundert. Weiter geht es zur ehemals Königlichen Weinbauschule (heute: Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau) und zurück zum Bahnhof Weinsberg.


Bildnachweis (attribution,via Wikimedia Commons): 1,2,4,9,10,11,12 by Rosenzweig; 3,6,8 by p.schmelzle; 5 by Rudolf Stricker; 7 by Joachim Köhler [CC-BY-SA-3.0]

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