Assmannshausen

Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner
Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner

Rheingauland, Rieslingland. Der ganze Rheingau ist von Rieslingreben besetzt. Der ganze Rheingau? Nein! Ein von unbeugsamen Winzern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den weißen Weinen Widerstand zu leisten. Assmannshausen bei Rüdesheim ist die Rotweininsel inmitten der Rieslinglagen des Rheingaus. Auf 70ha Anbaufläche kultivieren die Winzer von Assmannshausen Spätburgunder in so bekanten Anbauflächen wie Höllenberg, Hinterkirch oder Frankenthal.

Schon die älteste urkundliche Erwähnung von Assmannshausen aus dem Jahr 1108 beschäftigt sich mit Wein. Der Mainzer Erzbischof schenkte dem Kloster Disibodenberg einen Weinberg zu Hasemanneshusen – dem heutigen Assmannshausen. Wer einen schönen Blick auf die steilen Weinhänge bei Assmannshausen werfen will, dem sei ein Spaziergang auf dem Rheinsteig empfohlen, der vom Ortskern hinauf zur Rotweinlaube Assmannshausen führt. Diese wurde ursprünglich als Kulisse für den Film „Ich bin die andere“ mit Katja Riemann und Armin Müller-Stahl errichtet und wurde 2007 von der Dorfgemeinschaft mitten in den Weinbergen aufgestellt.

Dem auf warmen Schieferböden gezogenen Rotwein huldigt Assmannshausen am zweiten Wochenende im Juni mit der Veranstaltung Assmannshausen in ROT. Die Rheinuferstraße ist dann ganz in rot beleuchtet, was einen schönen Kontrast zu den weißen Pagodenzelten herstellt, in dem es neben Assmannshäuser Spätburgunder auch die darauf abgestimmten Speisen gibt.

Wer bis zum nächsten Fest nicht warten möchte, kann während der Saison mit dem Sessellift Assmannshausen über die Weinhänge schweben. Die Seilbahn wurde in den 1950er Jahren eingerichtet und folgte auf eine Zahnradbahn, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, um bequem vom Rhein zum Jagdschloss Niederwald zu kommen. Die Fahrt mit dem Sessellift bietet einen weiten Ausblick über das Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Am Jagdschloss angekommen, kann man in einer knappen halben Stunde das Niederwalddenkmal erreichen.

In Assmannshausen selbst fällt die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz ins Auge. Sie wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der quadratische Kirchturm im Osten ist 43m hoch und besitzt einen achteckigen spitzen Turmhelm, der von Zinnen mit Rundbogenblenden und einer Galerie umgeben ist. Der Hochaltar wurde 1872 durch einen Flügelaltar im gotischen Stil ersetzt. In das Mittelstück fügte man ein gestiftetes Gemälde aus der Schule des Renaissancekünstlers Matthias Grünewald ein.

Am Ortsausgang von Assmannshausen in Richtung Lorch steht das St. Thomas Morus Haus, ein prachtvolles Gebäude, das seit 1950 als Altenheim dient. Zuvor war es das Kurhaus von Assmannshausen, denn neben Wein gibt es in Assmannshausen auch warme Quellen und Ende des 19. Jahrhunderts mauserte sich das Rheingaudorf zu einem echten Kurbad. Bis 1983 wurde das Wasser der Graf-Adolph-Quelle sogar in Flaschen abgefüllt und vertrieben. Die Quelle – die heute Ass-Quelle genannt wird – liegt unweit des St. Thomas Morus Haus am Rhein.

Zu den sehenswerten Gebäuden in Assmannshausen gehören einige historische Gasthäuser, die teilweise auf das 15. und 16. Jahrhundert zurückgehen. Besonders prominent ist das alte Gasthaus Krone, heute ein 5-Sterne-Luxushotel. Es geht zurück auf eine Treidelstation, deren Pferde die Aufgabe hatten, die Rheinschiffe durchs Binger Loch zu leiten. Später wurde daraus ein Zunfthaus und seit 1808 hat man sich der Gastronomie verschrieben. Viele Künstler logierten hier während der Hochzeiten der Rheinromantik.

Wer sich eine Übernachtung in der Krone nicht leisten mag, bummelt einfach über die Rheinterrassen Assmannshausen. Auf schattigen Laubenterrassen lässt sich hier ein stimmungsvoller Tag zwischen Weinbergen und Rheinschiffen verbringen.

IVW