Arzbach

Arzbach ist der frühere Mittelpunkt des Kirchspiels Augst, gehört heute aber zur Verbandsgemeinde Bad Ems. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf 1235, aber die regelmäßige Besiedlung liegt deutlich länger zurück.

Bereits 200 n.Chr. war Arzbach Standort eines Römerkastells am Grenzwall Limes. Der Standort lag auf einem Hügel zwischen Wetzel-, Ems- und Wiesenbach und bot Platz für eine Truppenstärke von zwei Zenturien: also 160 Mann unter Waffen. Im heutigen Ortsbild liegt das Kastell im südlichen Randbereich der Gemeinde oberhalb der St. Peter und Paul Kirche und des Friedhofs. Wie so häufig lassen sich aber keine oberirdischen Spuren mehr wahrnehmen.

Im Süden von Arzbach allerdings befindet sich ein rekonstruierter und zugleich begehbarer Römerturm auf der Spitze des Basaltkegels Großer Kopf (423m): der so genannte Stefansturm. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Panoramablick: Im Hintergrund das Kurzentrum Lahnstein, die Hunsrückhöhen, den Fernsehturm auf dem Kühkopf, die Sporkenburg im Emsbachtal. Im Vordergrund Arzbach und die Augstgemeinden Eitelborn, Neuhäusel und Kadenbach, teilweise noch eingebettet in ausgedehnte Streuobstbestände. Nach rechts ist das große Waldgebiet der Montabaurer Höhe zu sehen, wobei die Alarmstange, der ohne Turm bewaldete Lippersberg und dann der Köppel zu erkennen sind. Unweit des Stefanturms liegt die eingefasste Römerquelle, die das Römerkastell mit Frischwasser versorgte.

Auf dem Standort des ehemaligen Kastells erhebt sich seit dem 14. Jahrhundert die St. Peter und Paul Kirche auf dem Bühl. Der kreuzförmige Saalbau mit Haubendachreiter wurde in den 1960er Jahren umgestaltet. Im Inneren lassen gute barocke Plastiken bewundern. Auf dem Kirchhof findet sich eine Sammlung von Grabsteinen aus dem 16. Jahrhundert. In der Nachbarschaft der Kirche lohnt ein Blick auf das hübsche Fachwerk-Rathaus von 1710 mit seinem achteckigen Türmchen und schönen Türschnitzereien.