Arnsberger Neumarkt

Wer sich für Architektur interessiert, dem ist das Arnsberger Klassizismus-Viertel mit Sicherheit ein Begriff. Dass hier am Rande des Sauerlands ganze Straßenzüge in klassizistischem Stil neu entstanden, hat seinen Hintergrund in der Politik. Zum Status Arnsbergs verhalfen der Stadt 1815 die Preußen, die auf dem Wiener Kongress die Provinz Westfalen erhielten. Sie machten Arnsberg damals zum Sitz der Provinzregierung. Um den vielen Staatsbediensteten in dem Städtchen den nötigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, errichtete man ein ganzes Viertel neu.

Rund um den Neumarkt sind die Gebäude zu finden, die noch heute deutlich erkennbar die Handschrift des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel tragen. Zusammen mit seinen Schülern schuf er die eindrucksvollen Fassaden. So ist es nur folgerichtig, dass das Viertel auch Berliner Stadt genannt wird. Sehr hübsch sind hier auch die klassizistischen Gartenhäuschen. Viele ihrer Art gibt es nicht mehr in Westfalen. Doch in den ehemaligen Gärten der Beamten aus Berlin rund um den Arnsberger Neumarkt und entlang der Klosterstraße kann man die liebevoll restaurierten Gartenhäuschen noch finden.

1825 entstand am Arnsberger Neumarkt die klassizistische evangelische Auferstehungskirche, die erste evangelische Kirche im katholischen Herzogtum Westfalen. Sie wurde entworfen durch Friedrich August Ritter und in der Bauphase betreut von Carl Friedrich Schinkel, der auch die eine oder andere Änderung an den Plänen vornahm.

Die Auferstehungskirche wurde zunächst als Zentralbau mit einem gleichseitigen Kreuz als Grundriss erbaut. Erst 1890-91 wurde sie Richtung Westen erweitert. Zwei korinthische Säulen aus Eisen zeigen die Nahtstelle zur Erweiterung an, während im Zentrum acht dorische Säulen aufragen. Wie die Fassaden und der Aufbau ist auch die Ausstattung der Kirche durchweg klassizistisch. So ist etwa der Taufstein einer antiken Opferschale nachempfunden.