Arnsberg-Neustadt

Durch die Ruhrschleifen von der Altstadt getrennt entstand im Zuge der Bevölkerungsentwicklung die Neustadt von Arnsberg. Hier findet sich heute auch das Hauptgebäude der Bezirksregierung Arnsberg, die für immerhin 3,7 Mio. Einwohner Verwaltungsaufgaben übernimmt. Für Wanderer möglicherweise interessanter ist aber die Tatsache, dass hier auch der Sauerländische Gebirgsverein seine Zentrale hat. Er ist zwar nur für knapp 40.000 Mitglieder da, aber mit diesen Mitgliedern sorgt er sich darum, dass das Sauerland und angrenzende Regionen mit einem der dichtesten und schönsten Wanderwegenetze der Republik ausgestattet ist.

Der Sauerländische Gebirgsverein, den Forstrat Ehmsen seinerzeit in Arnsberg gründete, kümmert sich nicht nur um das Ausschildern von besonders schönen Wanderstrecken. Auch der Naturschutz gehört zu den Zielen des Vereins. Seit 1987 gibt es aus diesem Grund das SGV Naturschutzzentrum in Arnsberg, eine Bildungseinrichtung zur Umwelterziehung. Über das ganze Jahr verteilt gibt es die unterschiedlichsten Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene, zum Beispiel zum Thema Lebensraum Wald, aber auch zu essbaren Wildpflanzen oder biologischer Bacherkundung.

Dass man im Sauerland Museen zur Landesgeschichte findet, zur Beleuchtungsindustrie oder auch zur Bergbaugeschichte, das ist nicht weiter verwunderlich. Mit einer Marine-Historischen Sammlung allerdings rechnet man wohl eher nicht. Zwar liegt Arnsberg am Wasser der Ruhr, aber für die Seefahrt sind die Sauerländer eher weniger bekannt. Dass es dennoch eine solche Ausstellung in Arnsberg gibt, ist einer Privatinitiative zu verdanken. Die private Sammlung in der Hellefelder Straße umfasst zahlreiche Ausstellungsstücke zur Seefahrts- und Marinegeschichte, zur deutschen Marine seit 1815 und zeigt viele Modelle, Uniformen, Seekarten und ähnliches.

Eigentlich als Aula für das Laurentianum-Gymnasium und die umliegenden Schulen geplant, wird die 1968 erbaute Halle im Feauxweg mittlerweile immer stärker als Spielstätte des Arnsberger Sauerland-Theaters genutzt.

Hoch auf dem Römberg (303m), quasi gegenüber dem alten Schloss und nur durch das Ruhrtal getrennt, liegt die Ruine der Alten Burg, auch Rüdenburg genannt. Ihre Ursprünge reichen vermutlich in die Mitte des 11. Jahrhunderts zurück. Sie diente den Arnsberger Grafen als Absicherung für die Handels-Fernwege. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts wechselte die Burg durch Eroberung und Erbfolge mehrfach den Besitzer, dann verfiel sie nach und nach. 1359 schon taucht sie in Besitzlisten gar nicht mehr auf. Es bleibt unklar, ob die Burg am Ende zerstört oder einfach aufgegeben wurde. Erst um 1990 herum fanden größere Grabungen statt, die Überreste der Burg wurden gesichert und eine Informationstafel aufgestellt.