Altstadtrunde Freising mit Ausflug zum Bräustüberl Weihenstephan und in den Weltwald


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑384m  ↓384m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Universitätsstadt Freising mit dem Campus Weihenstephan hat rund 47.000 Einwohner, ist etwa 1.300 Jahre alt und hatte 2017 einen bemerkenswert niedrigen Altersdurchschnitt in der Bevölkerung.

In Freising scheint mit allem etwas üppiger umgegangen worden zu sein: Flusslandschaften mit Isar, Schleifermoosach, Moosach, Stadtmoosach; viele Kirchenbauten und Denkmäler, „Grün“ bestimmt nicht nur einen Teil der Studiengänge, sondern auch das Umland mit dem Weltwald Freising zum Beispiel, zu dem wir von der Innenstadt aus wandern werden. Es lohnt sich, einen Fotoapparat mitzunehmen, weil man sich die vielen Eindrücke vermutlich nicht alle merken wird.

Wir starten am Volksfestplatz an der Luitpoldhalle zwischen Schleifermoosach und Isar. Wir passieren erst die Schleifermoosach, dann die Moosach und kommen ins Herz von Freising mit dem Freisinger Dom, „aufi“ zum Domberg. Gegenüber vom Amtsgericht sehen wir erst die Benediktuskirche. Die Ursprünge der katholischen Kirche gehen auf das 9. Jahrhundert zurück, erstmalige Erwähnung fand sie 300 Jahre später als Grablege des Freisinger Bischofs Korbinian. Mitte des 14. Jahrhundert wurde die heute Kirche errichtet, die ein wundervolles Deckenfresko zeigt. 

Der Freisinger Dom (Mariendom), ausgeschrieben: Dom St. Maria und St. Korbinian ist der dritte Dom an dieser Stelle und es gehen einem die Augen über, wenn man sich drinnen umschaut: üppige Gemälde, Stuckarbeiten, schmucke Altäre. Was von außen schlicht und romanisch daherkommt, ist im Inneren prächtig barock. Die Krypta mit der Bestiensäule ist ebenso sehenswert.

An den Dom schließt sich westlich die Johanniskirche an, eine Stiftskirche von 1321. Auf dem Domberg ist ein buddhistisches Kloster, in der Nähe ist auch das Dom-Gymnasium, die fürstbischöfliche Residenz, ein Diözesan-Museum, auch Dombergmuseum genannt. Es gilt nach dem Vatikan als das zweitgrößte kirchliche Museum der Welt. 

Noch nicht genug Spiritualität? Dann weiter zur Stadtpfarrkirche St. Georg. Wir passieren über das Spanngässchen die Stadtmoosach, rechts davon liegt das Heimatmuseum, Baudenkmäler umgeben uns. Die Stadtpfarrkirche liegt am Marienplatz mit der Mariensäule und dem Rathaus (1907) in Anlehnung von Historismus und Renaissance. Beides liegt rechts von uns, wir gehen links durch die Kirchgasse. Die Stadtpfarrkirche scheint ein Umkehrschluss zum Dom zu sein, von außen erscheint sie mit einem „verspielten“ Turm und Zwiebelhaube, innen ist sie überwiegend klar und weiß gehalten – und wer wissen will, was ein Lamellenaltar ist, kann das hier auch erfahren.

Durch die Prinz-Ludwig-Straße kommen wir am Friedhof vorbei. Der Plantagenweg bringt uns in nordwestlicher Richtung langsam aus Freisings Mitte hinaus. Wir kommen am europäischen Künstlerhaus Schafhof (einst Mustergut von Weihenstephan) vorbei, zu dem wir einen kleinen Abstecher machen müssten. An der Stelle haben wir erst 3,2km gemacht und es geht in die Natur. Zunächst auch an Feldern vorbei und dann durch den Wald gelangen wir zum Weltwald Freising, wo Oberberghausen wüst gefallen ist.

Hier, im Kranzberger Forst, wird durch das Bayerische Landesarboretum „multikulti“ angelegt. Auf 100ha entsteht im Weltwald Freising eine Sammlung von Bäumen aus aller Welt, die man sich als Besucher erschließen kann: Nordamerika, Asien, Mittelmeerregion, Gärten der Kontinente … da ist man mal flugs von den Appalachen bis Korea rund.

Wenn wir den Weltwald verlassen und am Thalhauser Graben anlangen, haben wir etwa 11,5km hinter uns und weitere 4km durch Wald vor uns, runter, rauf und wieder runter an die Thalhauser Straße, linkerhand liegt die Siedlung Am Vogelherd, rechterhand der Ortsteil Vötting. Uns zieht es nach Weihenstephan. Da klingelt so manchem die Werbung mit Rosi Mittermaier und Sohn Felix Neureuther im Ohr.

Der Stadtteil Weihenstephan wurde nach der Abtei Weihenstephan auf dem Weihenstephaner Berg benannt. Nach der Säkularisation entstanden eine Forstschule und ein Musterlandwirtschaftsbetrieb, daraus wurde ein Campus mit dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der TU München. Im Angebot sind die „grünen“ Fakultäten“: Agrar- und Gartenbauwissenschaften, Biowissenschaften, Brau- und Lebensmitteltechnologie, Forstwissenschaft oder Landschaftsarchitektur.

Passend dazu liegt am Weg die Brauerei Weihenstephan (gilt als älteste noch bestehende Brauerei der Welt) und das zugehörige Bräustüberl Weihenstephan. Wir kommen dann durch den Hofgarten und am Korbiniansbrünnlein vorbei. Zwischendrin genießen wir auch immer mal wieder die Aussichten, bevor wir uns wieder zu den Bächen aufmachen: Stadtmoosach, Moosach, Wörthmoosach, Schleifermoosach, über den Fürstendamm zur Isar, um die im positivsten aller Sinne Überfluss-Wanderung abzuschließen.

Bildnachweis: Von Violatan [CC BY-SA 2.0 de] via Wikimedia Commons

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