Affeln

Rund sechs Kilometer östlich der Neuenrader Kernstadt, ein wenig abseits des Hönnetals, liegt der Ortsteil Affeln. Die Ursprünge der Siedlung gehen bis in das 12. Jahrhundert zurück - für das Jahr 1187 findet sich die erste schriftliche Erwähnung.

Wenn auch Affeln auf den zufälligen Besucher wirkt wie ein Ort unter vielen, so hat er doch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bieten. Denn in der Ortsmitte steht die katholische Pfarrkirche St. Lambertus, und in ihr wiederum einer der berühmtesten flandrischen Schnitzaltäre der spätgotischen Epoche.

Die Kirche selbst ist eine dreijochige Hallenkirche in romanischem Baustil, für die Archäologen nicht weniger als zwei Vorgängerbauten ausmachen konnten. Das stabile Bruchsteinmauerwerk stammt aus dem 13. Jahrhundert. Markant thront eine geschwungene Welsche Haube auf dem wuchtigen Turm. Spaziert man zunächst um die Kirche herum, fallen vor allem die Darstellungen biblischer Szenen über den Portalen ins Auge. Das Südportal, restauriert Anfang des 20. Jahrhunderts, zeigt in seinem Tympanon das Leben Christi. Die Darstellung ist etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden.

Wem es nach einer langen Wanderung warm geworden ist, der wird nun die Kühle und Stille im Kirchenraum zu schätzen wissen. Unübersehbar ist der Altar. Im Hochchor steht das Antwerpener Retabel, das von der Antwerpener Lukasgilde um 1525-30 herum geschaffen wurde. Stolze 5,45m breit ist das Retabel und zeigt verschiedene Szenen aus Jesu Leben und dem seiner Mutter Maria. Auch der Patron der Kirche, der Heilige Lambertus, wird in dem reichen Schnitzwerk mit farbigen und vergoldeten Figuren dargestellt. Den prachtvollen Flügelaltar krönt eine Strahlenkranzmadonna.

Dem Ortsteil Affeln benachbart ist Altenaffeln. Auch hier gibt es einen sehenswerten Sakralbau, die St. Lucia Kapelle. Ihre Ursprünge liegen vermutlich im 13. Jahrhundert, während die Fresken im Chor auf das 15. Jahrhundert datiert werden. Inmitten der Apostel ist eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes zu sehen.