Zwei Lechstaustufen, das Westerholz und die Hurlacher Heide


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 42 Min.
Höhenmeter ca. ↑226m  ↓226m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Gleich zwei Staustufen des Lechs und ein „Juwel nördlich von Kaufering“ werden wir auf dieser Runde kennenlernen. Die Lechstaustufe 18 und die Lechstaustufe 19. Das Juwel ist die Hurlacher Heide, als Teil der „Florenbrücke Lechtal“ zwischen Alpen und Jura. Wo früher Schafe zupften, geschieht die Pflege nun durch menschliche Herbstmahd. So wird die Pflanzenvielfalt erhalten.

Die Wanderung startet vom Parkplatz zwischen der Lechstaustufe 18 und der Kläranlage Kaufering. Die Lechstaustufe 18 ist bei Flusskilometer 76,9. Das Kraftwerk ist seit 1975 in Betrieb. 2015 wurde eine Fischtreppe gebaut. Der sich südlich anschließende Stausee ist ca. 2,4km lang und 0,6km breit. Wir gehen über das Staubauwerk. Rechterhand ist ein KZ-Friedhof mit Gedenken, zu dem wir zum Schluss abstechen können. Das KZ Dachau hatte eine Außenstelle zwischen Landsberg und Kaufering bei der Kolonie Hurlach, wo in den letzten Kriegsmonaten die Gefangenen zur Rüstungsproduktion gezwungen wurden.

Wir kommen ins Westerholz, einem rund 600ha messenden Waldgebiet auf der Hochterrasse über dem Lech. Ein 40ha großer Teil davon ist Naturreservat. Einst jagten Bayerische Herzöge und Kurfürsten durchs Holz. Von den damaligen Parforcejagden haben sich die geraden, breiten Wege erhalten. 

Noch früher, zur Bronzezeit, wurde hier eine Wallanlage gebaut, die Schanzen im Westerholz, die im Früh- und Hochmittelalter ausgebaut wurden. Wenn sich rechts von uns ein Feld eröffnet, sind wir am Lechhöhenweg und beim Naturfreundehaus Oskar-Weinert-Haus. Wir sehen kleine Weiher und links breitet sich die Lechstaustufe 19 – Schwabstadl aus, bei Flusskilometer 71,9. Das Kraftwerk ist seit 1981 in Betrieb. Der Stausee misst 5 x 0,3km, mit einer Wasseroberfläche von rund 90ha. 

Rechts des Wegs und der Wasserkraft ist die Ruine Burg Haltenberg im Wald. Die Höhenburg am Steilufer des Lechs entstand von 1260. Wie sehen den Rest der Burgkapelle mit einem Stück Bergfried sowie Mauerreste des Herrenhauses, wenn wir den kleinen Abstecher machen.

Über die Staumauer wendet sich die Runde gen Süden und wir wandern mit dem Lech zur Rechten, dem Ufer immer recht nah, durch die Auen mit Auwald und Wiesen. Kurz vor Rundenende kommen wir durch die Hurlacher Heide, einem Kleinod für Tiere und Pflanzen in den Lechauen. Rund 16 verschiedene Orchideen gibt es dort. Beim Abstecher auf den KZ-Friedhof erfahren wir, dass dort der 360 Opfer gedacht wird.

Bildnachweis: Von Jugrü [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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