Zum Kloster Christgarten im Kartäusertal (Geopark Ries)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 29 km
Gehzeit o. Pause: 7 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑928m  ↓928m
Kein Wegzeichen hinterlegt

In der Mitte des Dreiecks von Nürnberg, Stuttgart und München, grob skizziert, liegt Christgarten mit der Klosterkirche Christgarten am Forellenbach im Kartäusertal – falls mal einer bei einem Quiz fragt. Das burgengesäumte Kartäusertal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Nördlingen und Donauwörth.

Wir wandern in der Gemeinde Ederheim durch das Ferienland Donau-Ries. Es geht durchs Kartäusertal. Wir treffen auf gefällige Landschaft mit Wald, Feld und Wiese, die Burg Niederhaus, Burgruine Hochhaus, Burgstall Rauhaus, Wallanlage Hagburg, ach ja, und Höhlen gibt es auch noch unter der Erde, im Geopark Ries.

Start ist auf dem Wanderparkplatz südlich von Hürnheim, in Richtung Christgarten. Durch Ackerland wandern wir zur Burgruine Niederhaus. Die stauferzeitliche Höhenburg stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehörte den Edelfreien von Hürnheim. 2012 wurde am Bergfried eine Stauferstele aufgestellt. Wir sehen von der Burgruine Niederhaus den eckigen Bergfried, mehrstöckige Mauerreste mit Fenstern und einen Wasserturm.

Durch vegetative Vielfalt wandern wir zum Forellenbach bei Pulvermühle, kommen an einer Wiese und einem Teich vorbei und gehen mit Waldbegleitung zur Burgruine Hochhaus, wo sich das Grün jeden Meter erkämpft und zu gewinnen scheint. Es zeigen sich Mauerreste aus der Zeit um 1200 und es wird gewarnt, sie näher zu betreten, da die Rune nicht gesichert ist. Man sieht Torzwinger, Kasematten und Turmreste. Übrigens ist das Kartäusertal bekannt für seine Burgendichte.

Wir kommen durch Wald und Ackerflächen an den Rand von Karlshof und den von Anhausen. Höhlen liegen im Wald auf dem Weg nach Christgarten. Das Kloster Christgarten wurde von den Kartäusern im 14. Jahrhundert gegründet und erlebte seine Blütezeit bis zur schweren Beschädigung durch den Dreißigjährigen Krieg. Von der Kirche hat sich der Mönchschor erhalten mit originalem Chorgestühl sowie die Mauern des Kapitelsaals des Klosters, das 1648 aufgelöst wurde. Heute wird der Chor für evangelische Gottesdienste genutzt.

Jetzt wandern wir überwiegend aufwärts und über den bewaldeten Blankenstein (644m) wo wir den höchsten Punkt der Runde erreichen, nach etwa 7,7km. Durch Wald geht es talwärts und wir treffen auf einen kleinen Abstecher zur Hohlensteinhöhle, einem der zahlreichen Bodendenkmäler im Geopark Ries. Die Höhle ist 20m tief und hat zwei Räume, in denen man alt- und jungsteinzeitliche Funde machte, Knöchelchen und eine Platte mit Zeichnungen.

Der Geopark Ries ist Europas riesiger Meteoritenkrater, wo vor 14,5Mio. Jahren ein Asteroid einschlagende Wirkung hatte. Der 1.800 Quadratkilometer messende Geopark Ries ist etwa 6 x so groß wie München und zahlreiche Wanderwege und Lehrpfade durchziehen ihn.

Wir wandern an einem Steinbruchgelände und einer Ackerfläche (Hafnerin) vorbei zum Ziegelberg (569m) und kommen in den Bereich der Ruine Hagburg, die man allerdings lediglich als Wallanlage erahnen kann. Durch Feldflur gelangen wir zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Calistemon [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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