Wuppertal-Unterbarmen

Unterbarmen nennt man heute noch den südwestlichen Teil des Wuppertaler Stadtbezirks Barmen, wenngleich es einen Stadtteil mit dem Namen Unterbarmen nicht gibt. Der Name Unterbarmen ist aber durchaus geläufig, wie man an der Unterbarmer Hauptkirche sieht, die 1828-32 als eine der ersten Kirchen im Stil der Neuromanik entstand. Leider fiel die Unterbarmer Hauptkirche dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer und wurde völlig verändert wieder aufgebaut. Der Ersatz der hohen Turmhelme durch flache Rautenhelme zerstörte die Proportionen der ursprünglichen Fassade.

Von der Unterbarmer Hauptkirche wenden wir uns links in die Wartburgstraße und kommen zur Köbners Kirche. Den Namen trägt der Sakralbau seit 1998 in Erinnerung an Julius Köbner, der 1852 in Barmen die erste Baptistengemeinde in Nordrhein-Westfalen gründete, die seit 1856 in der damals noch auf den Namen Eben-Ezer-Kapelle Gottesdienst feiert. Köbners Kirche, ein neugotisches Sandsteingebäude, ist damit die Mutterkirche der rheinischen Baptistengemeinden.

An der Wupper biegt man rechts in die Wasserstraße und kommt zur Friedrich-Engels-Allee. Diese führt uns zum Historischen Zentrum Wuppertal, einem Gebäudeensemble am Unterbarmer Bruch. Zum Historischen Zentrum gehört neben der Anlage in Unterbarmen auch der Manuelskotten im Kaltenbachtal. Zu den Gebäuden am Historischen Zentrum gehören das 1790 im Empire-Stil errichtete Haus Barthels und das im bergischen Barock gehaltene Haus Röhrig von 1789.

Kernstück des Historischen Zentrums Wuppertal ist aber das Engels-Haus. Hier wuchs Friedrich Engels, der zusammen mit Karl Marx das Kommunistische Manifest verfasste und die Gesellschaftstheorie des Marxismus mit begründete. Das Engels-Haus wurde 1775 im bergischen Barock von der Fabrikantenfamilie Engels erbaut. Heute beherbergt das Engels-Haus das Engels-Museum, das 1970 von Willy Brandt eröffnet wurde und 1987 als prominenten Besucher DDR-Chef Erich Honecker begrüßen konnte, der bei dieser Gelegenheit von Udo Lindenberg mit einer Gitarre beschenkt wurde.

Ebenfalls zum Historischen Zentrum Wuppertal gehört das 1983eröffnete Museum für Frühindustrialisierung. Schwerpunkt der musealen Präsentation ist die Entwicklung der Textilindustrie, der damit verbundenen Industrialisierung und Verstädterung mit ihren sozialen Folgen.

Direkt an das Historische Zentrum schließt sich der Engelsgarten an. Für Kunstinteressierte ein lohnenswertes Ziel, steht hier doch die 1981 geschaffene Skulptur „Die starke Linke“ des renommierten Bildhauers Alfred Hrdlicka. Fälschlicherweise wurde diese Skulptur oft Engels-Denkmal genannt. Das sollte sich geändert haben, nachdem 2014 die Volksrepublik China der Stadt Wuppertal ein richtiges Engels-Denkmal schenkte, das der Bildhauer Zeng Chenggang gestaltete.

Hinter dem Engelsgarten steht das Opernhaus Wuppertal, die Hauptspielstätte der Wuppertaler Bühnen und des Tanztheaters Pina Bausch. Pina Bausch, 1940 in Solingen geboren, entwickelte ab 1973 am Opernhaus Wuppertal ihre neue Form des Tanzens, in dem sie erstmals Tanz mit den Genres Gesang, Pantomime, Artistik, Schauspiel zu einer neuen Kunstgattung verband. Die 2009 in Wuppertal gestorbene Pina Bausch gilt vielen als wichtigste Choreografin des 20. Jahrhunderts.