Worms-Pfiffligheim

An 18 Sehenswürdigkeiten in Pfiffligheim führt ein Rundweg entlang, den der Heimatverein in Pfiffligheim ausgearbeitet hat. Man startet am Naturdenkmal Lutherbaum, kommt durch den Pfrimmpark, lüftet das Rätsel um das Ochsenklavier, wandert entlang des Bachlaufs und macht Station an der Jesus-Christus-Kirche.

Beim Spaziergang kommt man auch an dem gotischen Portal mit Mannpforte aus dem Jahr 1495, das zum früheren Pfiffligheimer Friedhof führte, vorbei. Pfiffligheim gehört zum Stadtbezirk der westlichen Vororte von Worms.

Das Wahrzeichen von Pfiffligheim ist der Lutherbaum, der bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts noch grünte. Als Naturdenkmal wird sein Torso gepflegt. Der Lutherbaum ist eine vermutlich im 16. Jahrhundert gepflanzte Feldulme, die an Luthers Anhörung vor dem Reichstag in Worms 1521 erinnert. Der Baum war über 30m hoch und hat einen Umfang von 9m. 1870 büßte er seine stattliche Krone aufgrund eines kräftigen Sturms ein. 1951 schuf der Hochheimer Bildhauer Nonnenmacher ein Relief im Stamm, das die Geschichte des Baums darstellt.

An der Pfrimm ist der Karl-Bittel-Park, auch genannt Pfrimmpark, der von Karl Bittel im englischen Stil beauftragt wurde und 1896-98 entstand. Der Park erstreckt sich über die Stadtteile Pfiffligheim und das östlich angrenzende Hochheim. Karl Bittel war ein Schuhfabrikant, der ab 1900 sein Wohnhaus, Kanzeleck, oberhalb des Parks in der Donnersbergstraße im historisierenden Stil, bauen ließ. Im Karl-Bittel-Park sind einige Sehenswürdigkeiten. Man findet den Karl-Bittel-Gedenkstein, ein Familienmausoleum, als Rundtempel gestaltet, und das Ochsenklavier. Der Park wird von der Pfrimm durchflossen und Brückchen überspannen den Bach.

Das Ochsenklavier ist eine Furt nahe dem Pfiffligheimer Wehr, die mit der Parkanlage nötig wurde. Beidseitig führen Steintreppen zum Flussbett und hindurch kann man trockenen Fußes über breite Steinquader gelangen, wenn der Wasserstand entsprechendes erlaubt. Die Trittsteine durchs Bachbett erinnern an eine Klaviatur. Den Namen erhielt das Ochsenklavier vermutlich durch den Ausspruch Bittels, der konfrontiert mit den Ängsten der Bürger, man könne doch in den Fluss fallen, sagte: es müsse schon ein Ochse sein, wem das passiere.

Geht man durch die Herrengasse in die Landgrafenstraße, kommt man zur evangelischen Jesus-Christus-Kirche aus dem Jahr 1763. Der barocke Saal hat einen Dachreiter mit einer Kuppelhaube. Links davon steht das Pfarrhaus, das früher Schulhaus war und 1841 gebaut wurde. Auf der anderen Seite der Landgrafenstraße ist das Alte Rathaus zu sehen, das um 1700 gebaut wurde.

Nördlich von der Pfrimm steht in Hochheim in der Binger Straße das älteste Rathaus im Wormser Umland, dessen rückwärtiger Gebäudeteil von 1594 ist. Das hübsche Fachwerk mit Zierelementen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Noch älter in Hochheim, das historisch als Schreinerdorf einen Namen hat, ist die Bergkirche St. Peter in der Berggasse, nördlich der Binger Straße. Die Bergkirche ist evangelisch und hat Wurzeln im Jahr 1010. In diese Zeit werden die ältesten Bauabschnitte datiert, darunter die 20qm große, von vier Mittelsäulen getragene, Krypta und die unteren Turmgeschosse. Das Obergeschoss kam um 1200 hinzu. Nach einem Feuer wurde das Langhaus 1609 erneuert.