Über die Maulbeeraue am Rhein


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑60m  ↓60m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Maulbeeraue dehnt sich zwischen dem Maulbeerauer Altrhein und dem Rhein aus. Sie bildet eine kleine Rheininsel im hessischen Kreis Bergstraße. Um noch genauer zu sein: zwischen Rheinkilometer 443,8 und 449,1. Das nördliche Drittel ist Teil der Gemeinde Biblis (Ortsteil Nordheim), die zwei Drittel südlich zählen zur Stadt Lampertheim (Stadtteil Hofheim). Gegenüber liegt die Nibelungenstadt Worms.

Die Maulbeeraue steht unter Naturschutz und ist Natura-2000-Gebiet. Infotafeln verraten uns mehr über dieses Kleinod am hessischen Oberrhein. Für uns ist der Einstieg in die Runde im Uhrzeigersinn in Nordheim beim Sportplatz an der L3261.

Durch Feldflur gelangen wir an den Maulbeerauer Altrhein. Die Maulbeeraue ist ein wundervolles Naherholungsziel und bezaubert durch die Wiesenlandschaft. Dadurch, dass die Wiesen zweimal im Jahr gemäht und nicht gedüngt werden, hat sich hier eine erfreuliche Pflanzenvielfalt mit bunter Blütenpracht etabliert.

Rund 420ha misst das Natura-2000-Gebiet. Dort, wo Pflanzenarten der sogenannten „Stromtalwiesen“ vom Aussterben bedroht sind, wurden im Rahmen eines Projektes Arten nachgepflanzt, die sich nun wieder dort ausbreiten.

Im südlichen Ziepfel der Maulbeeraue ist die Bahnlinie, die Worms mit Hofheim verbindet. Nun wandern wir mit dem Rhein zu unserer Linken und genießen die malerische Auenlandschaft. Auf der Maulbeeraue steht auch ein historischer Brunnen und da herum sind die letzten Maulbeerbäume zu sehen.

Historisch betrachtet, weisen Funde darauf hin, dass bereits 500 vor Christus hier ein keltischer Rheinübergang war, der Nordheim mit Herrnsheim verband. Es soll auch zur Karolingerzeit ein Platz für Versammlungen oder Lager gewesen sein für Grafen nebst Gefolge. 1427 wurde die „Mulberauwe“ erstmals urkundlich genannt. Dass der einstige Maulbeerwald nicht mehr steht, ist wohl den Franzosen zu verdanken. Revolutionäre Truppen haben um 1795 hier Brennholz geschlagen.

Maulbeeren schauen in etwa aus wie längliche Brombeeren und sind essbar. Die Bäume haben gute Wachstumsbedingungen, wo beispielsweise Wein wächst, es eher geschützt und warm ist, der Boden locker, nährstoffhaltig und kalkreich.

Bildnachweis: Von PQ3 [Public domain] via Wikimedia Commons

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