Woppenroth

Woppenroth ist Heimat. Das sieht man nicht nur am Gedenkstein im Ortszentrum mit dem Wort Heimat drauf. Gemeint ist auch nicht die Heimat als solche, sondern die Trilogie und die begleitenden Dokumentationen und Kino-Ausgaben von Edgar Reitz Heimat-Geschichte in nahezu sechzig Stunden Filmmaterial, das zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Der Hunsrück ist ein Stück Kindheit von Reitz und das Filmepos Heimat zeichnet die deutsche Geschichte von 1919 bis nach dem Mauerfall aus der Sicht einfacher Leute aus dem Hunsrück nach. Zentraler Schauplatz ist dabei der fiktive Ort Schlabbach – eben Woppenroth.

1981-82 wurde in Woppenroth und anderen Hunsrück-Orten der erste, 924 Minuten lange Teil der Heimat-Trilogie gedreht. Edgar Reitz selbst stammt aus Morbach im Hunsrück. Im Film sieht man auch die Kirche von Woppenroth, die seit 1920 genutzt wird. Die alte Kirche war zeitweilig Raiffeisenlager und stammt aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung von Woppenroth fällt ins Jahr 1269.

Südwestlich von Woppenroth im Hahnenbachtal liegt versteckt und abseits von Wald umgeben die Ruine der Hellkirch. Im 14. oder 15. Jahrhundert, so die Schätzung anhand der Mauerdicken und der Bauart, entstand der quadratische Raum. Davon ist eine etwa u-förmige Bruchsteinmauer mit einem Einlass erhalten geblieben. Gesichert ist auch nicht, ob es sich um eine Kirche oder um eine Wachanlage gehandelt hat.

Im benachbarten Schlierschied war die Anzenfeldermühle östlich des Ortes ein Schauplatz für Heimat. Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz und wird ins 19. Jahrhundert datiert. Zur ehemaligen Ölmühle gehören ein Sägewerk und ein Fachwerkwohnhaus. Umbauten fanden in den 1950er Jahren statt.