Wigratzbad und Leiblachtal: Rundwanderung in Opfenbach


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 35 Min.
Höhenmeter ca. ↑290m  ↓290m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir genießen heute die Ruhe der Landschaft rund um Opfenbach, einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde im Westallgäus, im Tal der Leiblach und am Fuße des Pfänderrückens. Die Allgäuer Berge im Blick, den Duft von Streuobstwiesen, die auf die Bodenseeregion hinweisen, in der Nase und die Hügellandschaft mit Tobeln und Bächen, die ebenso für abwechselnde Sinneseindrücke sorgen.

Start ist im Weiler und der Gebetsstätte Wigratzbad, wo seit über 80 Jahren Wallfahrer hin pilgern. Einstieg in die Runde ist auf dem Parkplatz am Leiblachfeld, nahe der B12 und B32. Wir gehen um die Skulptur von Pater Pio herum, der mit ausgestreckten Armen die Gäste zu begrüßen scheint. Eine Pilgerortserkundung machen wir am Ende der Runde.

Nun geht es über die Leiblach. An der Gastronomie Fatima biegen wir nach rechts in die Landschaft ein. Wir sind im Leiblachtal, Wiesen und Wald begleiten uns. Hin und wieder betten sich Gebäude in die Wiesen und wir gelangen durchs kleine Beuren an die Leiblach, die wir queren. Einige kleine Bächlein bilden Wasserfälle, wir queren erneut die Leiblach, rechterhand ist Immenmühle, linkerhand Immen.

Landschaftlich reizvoll, aufgelockert durch Wiesen und Höfe, gehen wir nach Opfenbach auf rund 600m. Durch Opfenbach führt die Bodenseestraße, Lindau ist rund 15km entfernt. Der Ort um den Kirchplatz mit Brunnenbecken (1902) ist geprägt durch den mittelalterlichen Turm der St. Nikolaus Kirche. Das Langhaus stammt aus dem Jahr 1774. Benachbart ist das einstige Pfarrhaus (17. Jahrhundert).

Wir nehmen die Steigstraße, queren eine Siedlung, von Wiesen umgeben, und gelangen nach Wigratzbad, einem Weiler von Opfenbach. Das gesamte Örtchen besteht aus Andacht. Dahinter ist die Geschichte der frommen Metzgermeistertochter Antonie Rädler (1899-1991), die in Lindau das Fleischergeschäft der Familie übernahm, und dort ein Marienbild aufhing. Das sollte sie 1936 von der Gestapo befohlen durch ein Hitler-Bild ersetzen. Sie weigerte sich, wurde drangsaliert und floh vor weiteren Repressalien in ihren Heimatort Wigratzbad.

Dort war sie sicher und ließ aus Dankbarkeit eine Lourdes-Grotte bauen. Sie betete sehr viel, auch für die Genesung von Menschen. Als ein Mann geheilt wurde, spricht sich das herum und der Grundstein für die Wallfahrt zur Gebetsstätte Wigratzbad ist gelegt. Die Gnadenkapelle stammt aus dem Jahr 1938. Die Ölbergkapelle wurde 1982 gebaut.

Die Sühnekirche Wigratzbad erinnert, von oben betrachtet, an eine Wabe, und von unten an ein Zeltdorf. Der Entwurf für das Ensemble aus dem Jahr 1973 stammt vom Kölner Architekten Gottfried Böhm, der durch seinen skulpturalen Baustil Bekanntheit erlangte, zum Beispiel mit dem Mariendom in Neviges (Velbert/NRW), ebenfalls ein Wallfahrtsort.

Bildnachweis: Von Richard Mayer [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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