Wiesbaden-Erbenheim

Der Wiesbadener Stadtteil Erbenheim liegt im unteren Wäschbachtal direkt an der Autobahn A 66. Das bringt nicht nur eine eigene Autobahnabfahrt mit sich. Nein, Erbenheim hat gleich auch einen eigenen Flughafen: das Wiesbaden Army Airfield.

Auf dem Gelände der ehemaligen Pferderennbahn Wiesbaden wurde 1928-29 der Flugplatz Erbenheim eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die US Air Force den Flugplatz und nutzte ihn von 1948-73 als europäisches Hauptquartier. Nach dem Wegzug der Air Force übernahm die US Army das Gelände. Sie plant langfristig mit Erbenheim und will hier dauerhaft mit 18.000 stationierten Soldaten eine der großen Joint Main Operating Bases betreiben.

Im alten Ortskern von Erbenheim zieht die evangelische Pauluskirche die Blicke auf sich. Wann genau sie erbaut wurde, ist unklar, man geht vom 14. Jahrhundert aus. Im untersten Teil ist die Pauluskirche ganz romanisch, im Oberbau sind nur noch die jetzt zugemauerten romanischen Fenster zu sehen. Die Pauluskirche wurde 1729-1731 umgebaut und erweitert und erhielt ihr heutiges Aussehen. Schmuckstück im Inneren ist der 1768 aufgestellte Marmoraltar.

Am Kirchplatz steht auch das alte Rathaus, das 1834-35 im klassizistischen Stil als Schule erbaut wurde, ab 1926 als Rathaus diente und seit 1984 das Heimatmuseum Erbenheim beherbergt.

Wem die Heimatgeschichte zu ernst ist, der findet in Erbenheim gleich zwei Alternativen. Da ist zum einem das Harlekinäum, das über acht Säle verteilt eine schräge Sammlung humoristischer Ideen präsentiert: Tanzende Regale, ein begehbarer Riesenkäse, ein Badezimmer, in dem sich ein Dschungel ausdehnt und vieles mehr.

Das alte Pfarrhaus in der Wandersmannstraße ist seit 2011 Standort des Klooseums, dem Museum of Modern Arsch. Den Besucher erwarten Klobürsten, Nachttöpfe, Klorollen, Furzkissen und weitere ungewöhnliche Exponate. Beide Spaßmuseen in Erbenheim sind allerdings nur einmal wöchentlich geöffnet und das auch nur zwischen April und August.