Westheim (Marsberg)

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Nördlich von Westheim im letzten Zipfel des Sauerlands beginnt das Sintfeld mit seinen fruchtbaren Lößböden, und im Nordosten liegt das Eggegebirge mit dem dazugehörigen Naturpark nur einen Steinwurf entfernt. Westheim selbst liegt im Diemeltal, das sich hier schon langsam zur Warburger Börde hin öffnet. Die Steigungen rundherum sind auch für ungeübte Wanderer gut zu bewältigen: Dahlberg (313m), Büchenberg (301m) oder Diemelsberg (290m) bieten keine allzu großen Herausforderungen.

Eng verknüpft mit der Geschichte Westheims ist das Schloss. Das Rittergut Westheim geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück, ursprünglich verwaltete die Familie derer von Westheim den Ort. Als dieses Geschlecht im 15. Jahrhundert ausstarb, übernahmen die Herren von Callenberg das Rittergut, 1840 ging es an die Familie von Stolberg und blieb bis Mitte des 20. Jahrhunderts in deren Besitz. Durch Heirat ging es dann an die Familie von Twickel. Der zweistöckige Bruchsteinbau mit dem schiefergedeckten Walmdach wird bereits in fünfter Generation von der Familie bewohnt und privat genutzt, eine Besichtigung ist daher allenfalls von außen möglich. Kurz nachdem die Familie von Stolberg das Schloss übernahm, begann sie auch mit dem Aufbau einer Brauerei, noch heute als Gräflich zu Stolbergsche Brauerei Westheim aktiv.

Von Westheim aus lohnt ein Abstecher Richtung Nordwesten, wo die Nachbarorte Oesdorf und Meerhof zu finden sind. Dabei quert man sogar einen der ganz großen Wanderwege: den Europäischen Fernwanderweg E1, der die Nordsee mit dem Mittelmeer verbindet, führt mitten durch Oesdorf hindurch. Die Pfarrkirche in Oesdorf, eine typisch neugotische, dreischiffige Hallenkirche aus dem Jahr 1892 beherbergt für Kunstfreunde Sehenswertes. Darunter die Madonnenfigur und der heilige Petrus aus Sandstein, die aus der Zeit um 1430 stammen. Sie gehörten einst zur Ausstattung des Augustinerchorherrenkonvents Dalheim. Darüber hinaus gibt es im Ort eine Muttergottesgrotte aus dem Jahr 1923, die der Lourdesgrotte nachempfunden ist.

Bei Meerhof kann man nicht nur einfach so durch den Naturpark Eggegebirge spazieren, sondern gleich noch etwas dabei lernen. Und zwar auf dem 3,5km langen Naturerlebnisweg. 22 Stationen sind auf dem Rundweg zu entdecken, die aber nicht nur aus schnöden Infotafeln bestehen. Sehen, Hören, Tasten und Ausprobieren kann man hier. Wo sonst hat man schon einmal die Gelegenheit mit einem Periskop mitten in einen Teich hineinzugucken? Der Pfad ist behindertengerecht ausgebaut.

Ob es sich beim Windpark Sintfeld nahe Meerhof um eine Sehenswürdigkeit handelt, mag jeder für sich selbst entscheiden. Beeindruckend ist die Anlage allemal, und für Technikfreunde sicherlich auch einen Blick wert. 765ha groß ist die gesamte Fläche, die sich genaugenommen aus vier unabhängigen Windparks zusammensetzt. 65 bis zu 127m hohe Windräder drehen sich hier und erzeugen eine Leistung von von 105 Megawatt. Damit kann man rund 50.000 Haushalte mit Strom versorgen - weit mehr als doppelt so viele wie es in Marsberg überhaupt gibt. Die ersten Windräder wurden bereits 1995 gebaut, die jüngsten stammen aus 2004.