Weißer und Schwarzer Regen: Rundtour ab Blaibacher See


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 39 Min.
Höhenmeter ca. ↑384m  ↓384m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wenn aus Schwarz und Weiß Regen wird, ist das nicht die Wetterlage eines trüben Novembertages, sondern das Stelldichein zweier Flüsse im Naturpark Oberer Bayerischer Wald am Blaibacher See zum Donauzufluss Regen. 

Wir sind im Landkreis Cham. Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald umfasst den Landkreis Cham, zu dem auch Bad Kötzting, unser Start und Ziel gehört, und einen Teil des Landkreises Schwandorf. Er grenzt an die Naturparks Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und zum Nachbarn hin an die Landschaftsschutzgebiete Šumava und Cesky lés.

Bad Kötzting nennt sich auch Bayerns jüngstes Kneippheilbad, denn es bekam sein Bad erst 2005 vorangestellt. Unser Start ist am nördlichen Ende des Blaibacher Sees, der den Schwarzen Regen aufstaut. Hier beim Kraftwerk Pulling fließt der Schwarze Regen wieder hinaus und kurz drauf stößt der Weiße Regen hinzu. Beide zusammen fließen als Regen gen Westen weiter, um in Regensburg in die Donau zu münden.

Wir wandern mit durch Weißenregen und dort zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Sie steht anstelle einer Kapelle, wurde zwischen 1750 und 1765 erbaut und zeigt sich als Saalbau mit einem Turm, der durch eine Zwiebel mit Laterne abgeschlossen ist. Im Inneren sieht man ein Tonnengewölbe mit Pastelltönen ausgemalt sowie im Chor die Darstellung von Maria Geburt.

Durch offene Landschaft kommen wir über den Weißen Regen in den Kurpark von Bad Kötzting. Der ist barrierefrei und bietet, was ein Kurpark so bietet, in einem Kneippheilbad. Wasser, angelegte Rabatten, Wiesenflächen, Erholungsbänke, Bewegungseinladungen und Spiele für Groß und Klein. Es gibt einen Planetenweg und auf der anderen Flussseite ist eine Brauereigaststätte mit der Aussicht auf Wettzell, östlich von uns. In Wettzell ist das Geodätische Observatorium Wettzell auf dem 616m hohen Wagnerberg. Geodäsie ist die „Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche“ (Friedrich Robert Helmert).

Wir kommen am Motorikpark vorbei und in den Kern von Bad Kötzting mit der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, nebst St. Anna-Kapelle und Pfingstritt-Museum und dem Rathaus gegenüber. Der Pfingstritt von Bad Kötzting zählt zu den größten berittenen Bittprozessionen weltweit. Die Kirche Mariä Himmelfahrt ist in der Herrenstraße 13. Dort und umzu ist Denkmalschutz. Es handelt sich eine Kirchenburg und ein ehemaliges Pflegschloss, heutiger Pfarrhof. 

Die Stadtpfarrkirche kann als Randhausburg beschrieben werden und geht vermutlich auf das Jahr 1459 zurück. Wir sehen Granitbruchstein und wehrhafte Türme wie den Hungerturm beispielsweise. Die Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Kapelle St. Anna aus dem 17. Das Rathaus Bad Kötzting ist ein repräsentatives Gebäude aus dem Jahr 1913, mit drei Geschossen unter einem Walmdach und schmuck gestaltet.

Wir queren den Weißen Regen, verlassen die Bebauung und treffen auf die Station des Jupiters, gehen mit Baumbegleitung zum Schwedenstein und Saturn, kommen an der Freilichtbühne Ludwigsberg vorbei, nehmen auf dem Planetenweg noch den Uranus in Augenschein und wandern weiter bergan nach Sackenried, östlich davon ist die Wettzell. In Sackenried ist die Filialkirche Vierzehn Nothelfer aus dem 17. Jahrhundert denkmalgeschützt.

An der Flanke des Riederbergs vorbei wandern wir merklich talwärts an den Schwarzen Regen, dem wir in den Stausee folgen. Der Blaibacher See, auch beliebt zur Naherholung, misst 3km in der Länge und 300m in der Breite. Wir schreiten sein Ostufer ab und kommen zum Ausgangsort Pulling zurück.

Bildnachweis: Allexkoch [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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