Weisel (Loreley)

Weisel liegt am Übergang vom Loreley-Burgen-Land ins Blaue Ländchen und den Wispertaunus. Innerhalb der Gemarkung wurde ein Römergrab aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. entdeckt, das bei einem römischen Gutshof gelegen haben muss – der ersten belegten Siedlung in Weisel. Hier fanden sich Scherben von 97 Gefäßen, teilweise sogenannte Rhônekeramik aus Ostgallien. Das römische Hügelgrab, der Tumulus, wurde 1995 von der Gemeinde Weisel restauriert und mit einer kleinen Parkanlage nebst Informationstafel versehen; die Anlage kann besichtigt werden.

Weisel hat seinen Besuchern eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das 1876 aus roten Backsteinen errichtete Rathaus fällt direkt ins Auge, ebenso die Fachwerkbauten in der Denkmalzone Ortskern, die mit Schiefer verkleidet und gedeckt sind. Hier ist auch noch die Bebauungsstruktur der spätmittelalterlichen Stadtgründung zu erkennen.

Besonders hervorgehoben sei die evangelische Andreaskirche in der Kirchgasse, eine einfache barocke Hallenkirche, die 1777 eingeweiht wurde. Der fünfachsige Saalbau wurde auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Kirche errichtet und 1781 durch einen West-Turm ergänzt, der bereits 1816 wieder abgerissen und neu errichtet werden musste. Aus der Erbauungszeit sind die hölzerne Empore, die Kanzel und das Gestühl erhalten, Windfänge und Altar wurden nachträglich eingebaut.

In der Altpforter Straße findet sich ein kleines spätwilhelminisches Denkmal aus Kunststein von 1913, das unter Denkmalschutz gestellt wurde. Ebenfalls in der Altpforter Straße liegt die denkmalgeschützte katholische Sebastians-Kapelle, ein kleiner Bruchsteinbau von 1856, der an den romanischen Baustil erinnert. Die Sebastians-Kapelle ersetzte eine ältere Kapelle von 1764, die 1847 abgerissen wurde.

Einen Besuch lohnen auch die beiden Weiseler Museen: Im BMW-Motorradmuseum Weisel befinden sich fünfzig Maschinen; die Sammlung soll die größte öffentlich zugängliche Privatsammlung von BMW-Motorrädern in Deutschland sein. Der Besitzer hat sämtliche Maschinen persönlich restauriert und gibt gerne Auskunft über technische Details.

Einen Einblick in die Arbeit der Floriansjünger in vergangenen Zeiten gibt das kleine Feuerwehrmuseum Weisel – von Handdruckpumpe über historischen Schlauchwagen bis hin zu Spritzenwagen mit Holzrädern und einem VW-Bus von 1961, mit denen die Freiwillige Feuerwehr Weisel einst zur Brandbekämpfung ausrückte.

Eine große Tradition hat in Weisel der Schieferbergbau. Einst zählte die Region zu den führenden Bergbauregionen in Deutschland. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Schieferbergbau bei Weisel seine Blütezeit; in dieser Zeit begann man, Wohngebäude mit Schiefer statt mit Stroh zu decken. Noch bis Ende des 20. Jahrhunderts wurde hier Schiefer gebrochen. Heute sind nur noch stillgelegte Gruben in der Gemarkung von Weisel zu finden: Die denkmalgeschützte Schiefergrube Kreuzberg südöstlich des Ortskerns, die ehemalige Schiefergrube Glückauf im Tiefenbachtal, und im Süden der Victoriastollen im oberen Blüchertal, durch das der Holzbach in den Rhein fließt.

Zwei Veranstaltungen locken alljährlich auswärtige Besucher in den Ort: Der Weiseler Markt am letzten Mai-Wochenende, und die Oktoberkerb (Kirmes) am dritten Oktober-Wochenende.