Waldkultour Bergbau: Vom Bilsteintal ins Revier am Kahlenberg


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 52 Min.
Höhenmeter ca. ↑182m  ↓182m
Waldkultour Südwestfalen Wanderzeichen Wegmarkierung

Was der Wald mit unserer Kultur zu tun hat? Das können interessierte Wanderer auf den Waldkultouren im Arnsberger Wald (Sauerland) entdecken. Eine davon eröffnet uns einen Einblick in die Bergbaugeschichte und führt uns in Bergbaugebiet am Kahlenberg bei Warstein.

Wir starten unsere Rundwanderung an der Landstraße L 735, die von Arnsberg nach Warstein führt. Hier liegt kurz vor Warstein die Bilsteinhöhle und in direkter Nachbarschaft der Wildpark Bilsteintal. Es gibt drei ausgewiesene Parkplätze entlang der Landstraße, die wir ansteuern können. Die Bilsteinhöhle ist eine Tropfsteinhöhle, die insgesamt zwei Kilometer lang ist und von denen 450 Meter besichtigt werden können, was Jahr für Jahr 30.000 Besucher machen.

Der Wildpark Bilsteintal ist immer einen Abstecher wert. Er ist ganzjährig frei zugängig. Rotwild, Damwild und Sikawild gibt es dort in großzügigen Gehegen zu sehen, daneben Wildschweine, Waschbären, Füchse und Baummarder. Sehr schön ist auch das weitläufige Luchsgehege.

Wir wandern los und kommen zur Fritz-Krieger-Hütte, begleiten später ein kurzes Stück die Landstraße und halten uns dann nach rechts wieder hinein in den Wald. Wir kreuzen das Halletal (die Halle ist ein 6km langer Zufluss der Heve) und wandern über den Bergrücken des Kahlenbergs. Auf dem Weg passieren wir insgesamt sieben Erlebnisstationen, die jeweils mit einer großen Infotafel ausgestattet sind.

So erfahren wir etwa, dass im Arnsberger Wald bereits in vorrömischer Zeit Eisen abgebaut wurde. Man grub senkrechte Löcher in den Boden. Es entstand die sogenannten Pingen, die heute noch als trichterförmige Vertiefungen zu finden sind.

Holz war übrigens ein zwingend notwendiger Rohstoff für die Gewinnung von Eisen. Nur mit Holzkohle war es in der Frühzeit und im Mittelalter möglich, die für das Ausschmelzen von Erzgestein notwendige Temperatur von mindestens 1.200 Grad Celsius zu erreichen. Die Herstellung des Eisens verschlang Unmengen an Holz. Um eine Tonne Eisen herzustellen, wurde die aus 15-20 Bäumen gewonnene Holzkohle verbraucht. Nach und nach wurde mehr Holz zu Holzkohle verarbeitet, als im Wald nachwachsen konnte. So wurde der heute wieder bewaldete Kahlenberg zum kahlen Berg.

Bildnachweis: Von Stefan Enste [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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