Der Waldhusener Forst liegt nördlich von Lübeck-Kücknitz an der Trave. Er ist historisch und landschaftlich bedeutsam und ein beliebtes Naherholungsziel. Der Wald liegt im Landschaftsschutzgebiet Travemünder Winkel. Einige Wanderrouten führen hindurch. Auf unserer Rundwanderung treffen wir das denkmalgeschützte Forsthaus Waldhusen und das Pöppendorfer Großsteingrab.
Start ist beim Waldfriedhof Waldhusen am Waldhuseneer Weg. Ganz in der Nähe ist die Abfahrt der B75 Lübeck-Kücknitz. Wir wandern entlang der Straße über die Bahn, an einem Hotel vorbei, und einige Schritte später öffnet sich die Runde, wo wir nach rechts in den Wald einbiegen. Hier sind wir auch direkt im Landschaftschutzgebiet Travemünder Winkel, das insgesamt rund 1.350ha misst. Darin enthalten sind die verschiedenen Kulturlandschaften mit Mooren, Moorseen, Wald und landwirtschaftlichen Flächen. Schutzzweck ist der Erhalt der Niedermoore und Feuchtgebiete, der Feldgehölze und Gewässer und des Waldbestands. Der Biotopmix erfreut nicht nur Frösche und Vögel.
Wir kommen zum Pöppendorfer Bauernmoor, das wir umrunden, um zur Attraktion des Pöppendorfer Großsteingrabs zu gelangen. Dabei treffen wir auch auf die Hinweise zum Archäologischen Rundweg und seine Erläuterungen. Bereits vor bis zu 6.000 Jahren lebten hier Menschen. Im Schutzgebiet sind auch Spuren des Pöppendorfer Ringwalls aus dem 8. Jahrhundert beschrieben. Das jungsteinzeitliche Großsteingrab ist ein Ganggrab der Trichterbecherkultur, vermutlich zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstanden. Ursprünglich war es von Erde bedeckt und zwischen den großen Steinen war weiteres Mauerwerk.
Durch den Wald erreichen wir den Rast- und Parkplatz Pöppendorfer Lager und wandern weiter zum Forsthaus Waldhusen, das heute eine Eventlokation ist. Es stammt aus dem Jahr 1765. Wir sehen ausgemauertes Fachwerk unter tief gezogenen Reetdächern. Hier lebten auch die Forstleute. Mitte des 19. Jahrhunderts verbrachte der Lyriker Emanuel Geibel (1815-1884) mehrfach seine Sommerfrische in dem Forsthaus. Seinerzeit wurde er in einem Atemzug mit beispielsweise Heinrich Heine genannt. Ein passendes Geibel-Zitat wäre: „Wer recht in Freuden wandern will, Der geh' der Sonn' entgegen.“ Schön ist auch diese Beobachtung, passend zu den Mooren: „Um den vermodernden Sumpf schwebt bunt in der Sonne der Falter; Arglos über dem Tod gaukelt die Freude dahin.“ Nun denn, ehe wir es uns versehen, sind wir am Friedhof.
Bildnachweis: Von Roland.h.bueb [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons
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