Würges

Das Stadtgebiet der Kernstadt Bad Camberg geht nach Südosten direkt in den Stadtteil Würges über. Zahlreiche Brücken führen in Würges über den Emsbach, der mitten durch den Ort und direkt an der Kirche und dem idyllischen Ortsplatz vorbeifließt. Würges liegt an der deutschen Fachwerkstraße. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1568. Die denkmalgeschützte Schule wurde 1829 errichtet.

Das Ortsbild prägt die neuromanische und aus heimischem Bruchstein gemauerte katholische Pfarrkirche St. Ferrutius, die in den Jahren 1833-35 erbaut wurde. In ihrem Innern steht die Walsdorfer Madonna, eine Marienfigur aus dem 16. Jahrhundert, die im ehemaligen Benediktinerinnenkloster im benachbarten Walsdorf geschaffen wurde.

Würges war in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Standort der kaiserlichen Reichspost, die eng mit den Namen Thurn und Taxis verbunden ist. Bereits seit 1602 war in Würges eine Poststation nachgewiesen. Heute zeugen von dieser, für die Entwicklung des Ortes wichtigen Einrichtung, noch zwei Gebäude aus den Jahren 1790 und 1825. Durch einen Überfall durch den berühmten Räuberhauptmann Schinderhannes 1801 wurde speziell das ältere der beiden Gebäude bekannt.

Der romantisch gelegene Alsdorfer Weiher, der mit viel Eigeninitiative der Würgeser Bürger errichtet wurde, erinnert an das untergegangene Alsdorf, das hier gelegen haben soll. Im 16. Jahrhundert, wahrscheinlich um 1526, ist Alsdorf untergegangen. Heute ist der Alsdorfer Weiher mit einer kleinen Schutzhütte ein beliebtes Ziel für Wanderer.