Von Wattenscheid ins Bermuda3eck (mit Saure Wiese und Westpark)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑193m  ↓190m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Streckenwanderung bringt uns vom S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop über die Gedenkstätte Saure Wiese und den Westpark zum Bermuda3eck in der Bochumer Innenstadt sowie zum dortigen Bahnhof. Im rund 2km² großen Bermuda3eck sind rund 80 gastronomische Betriebe angesiedelt, da kann man schon mal verschwinden.

Vom Haltepunkt Wattenscheid-Höntrop aus biegen wir nach rechts in die Höntroper Straße und machen einen Schwenk um die Neuapostolische Kirche durch den Höntroper Gänsereiterweg. Das Gänsereiten, ein Brauchtum u.a. aus Spanien und England, wird in Höntrop im Karneval gefeiert. Reiter versuchen einer aufgeknüpften Gans den Kopf abzuschlagen. Seit 1806 ist das Opfern einer lebenden Gans verboten. Anlässlich einer Petition 2017 wurde beschlossen, generell auf den Einsatz einer Gans zu verzichten.

Wir queren die Schienen und wandern via Emilstraße ins Grüne zum 2,8km langen Ahbach, der in Höntrop seine Quelle hat. Wir folgen dem renaturierten Ahbach nach Engelsburg und zur Gedenkstätte Saure Wiese. Die Saure Wiese war ein Standort von 12 Zwangsarbeiterlagern des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation AG. Zeitweilig waren bis zu 1.000 Zwangsarbeiter unter anderem aus Osteuropa gefangen und mussten für den Rüstungskonzern schuften. Steinquader zeigen den Umriss einer Baracke. Das Werk des Bochumer Künstlers Marcus Kiel „Laute Stille“, lässt die Opfer in Stahlbändern sprechen: „Nachts starben die Menschen auf den Pritschen, morgens standen die lebenden auf und gingen zur Arbeit.“

Kurz drauf hat uns die Betriebsamkeit wieder, am Straßenbahn-Betriebshof Engelsburg, wo einst die Zeche Vereinigte Engelsburg Steinkohle abbaute. Gegenüber ist das Kulturzentrum Thealozzi und vor uns rauscht der Verkehr der A 448, die wir hinter uns lassen. An Thyssen-Krupp vorbei wandern wir zum Westpark mit der Jahrhunderthalle.

Der Westpark wird im Rahmen des Projekts „Innenstadt-West“ erlebbar gemacht. Das Gelände mit einst schwerindustrieller Nutzung wird den Menschen zurückgegeben, per Erlebnislandschaft, die zum Teil Vergangenes beibehält wie das Colosseum und zum Teil neue Impulse einbringt. Untendrunter sind Schlacken, obendrauf entstehen zum Beispiel Wasserwelten oder in Kombination aus historisch und umgewidmet: die Jahrhunderthalle als Veranstaltungsort.

Wir folgen der Alleestraße in Bochums Innenstadt. Links ist die Christuskirche mit dem historischen Glockenturm und dem modernen Schiff. In Nachbarschaft ist das Rathaus Bochum als ein repräsentativer Ruhrgebietsbau (1927). Der Architekt Karl Roth aus Darmstadt zeichnete einen Bau mit 329 Räumen im Inneren, der von außen betrachtet dem Stil der spanischen Renaissance, wie beim Kloster El Escorial, entspricht. Im Hof ziert den „Brunnen des Glücks“: eine Frau.

Es geht zum Denkmalplatz mit der evangelischen Pauluskirche (17. Jahrhundert), die in vereinfachten Formen nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. Den Abschluss der Wanderung liefert das Bermuda3eck. So viele Angebote! Gut wenn man genügend Hunger und Durst hat, dann kann man mehr probieren.

Bildnachweis: Von Michielverbeek [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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