Von Waltrop über die Halde Brockenscheidt zum Schleusenpark


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 19 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 9 Min.
Höhenmeter ca. ↑157m  ↓157m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Stadt Waltrop im nördlichen Ruhrgebiet nennt sich auch Stadt der Schiffshebewerke. Damit ist das alte Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop-Oberwiese gemeint, das kurz vor seinem 120. Geburtstag steht, den es 2019 feiern kann.

Das historische Wunderwerk der Technik, das ein Schiff von einem Gewässer in ein höheres oder tieferes Fahrwasser heben kann, wurde zu einem zentral wichtigen Bauwerk am Dortmund-Ems-Kanal und zum LWL-Industriemuseum, das wir nach rund 12,5km Wanderung durch erstaunlich viel Landschaft erreichen werden.

Waltrop liegt zwischen Rhein-Herne-Kanal westlich, Datteln-Hamm-Kanal nordöstlich und Dortmund-Ems-Kanal nördlich. Wir starten an der Hochstraße nahe dem Kirchplatz mit der St. Peter Kirche, deren Westturm im Kern aus dem 12. Jahrhundert stammt. Umgeben ist St. Peter von einem Fachwerkensemble. Darunter ist das Haus, genannt „der Tempel“ aus dem Jahr 1576.

Wir gehen durch den Moselbachpark, dem zentralen Stadtpark von Waltrop mit einem großen Ententeich. Im Sommer findet hier jährlich das Parkfest statt. Dann kommen wir an den Datteln-Hamm-Kanal, an dem wir kurz entlangschlendern und von dort in die Straße Am Schwarzbach einbiegen, die uns auf das Gelände der einstigen Zeche Waltrop führt.

Die Zeche Waltrop war ein Steinkohlebergwerk und von 1905 bis 1979 aktiv. Man sieht noch ein Ensemble prächtiger Werkshallen mit sorgfältig restaurierten Jugendstilfassaden. In den Hallen haben sich Gewerbetreibende angesiedelt und es finden sich Relikte der Bergbauzeit.

Von der Halde Brockenscheidt aus genießen wir einen Blick auf das Zechengelände und das Umland. Auf dem Haldenplateau wurde aus Spurlatten ein Aussichtsturm gebaut. Spurlatten wurden die Balken genannt, an denen ein Förderkorb durch den Schacht geführt wurde.

Wir durchqueren Waltrop in westliche Richtung und kommen in das Naturschutzgebiet Veiinghof, das als erhaltenswertes Biotop am Dortmund-Ems-Kanal gilt. Auf den treffen wir dann auch und überqueren ihn über die Schülken-Brücke.

Rund 3km begleiten wir den Kanal bis zum Hebewerk Henrichenburg, das 1899 seinen Betrieb begann und bis zum Bau eines neuen 1962 seinen Dienst tat. Zum Glück wurde das alte Schiffshebewerk vor Verfall und Plünderung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 1979 gerettet.

Der Schleusenpark Waltrop entstand und darin das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg. Es konnte Schiffe bis zu 800t über 14m hochheben oder absenken. Man kann sich von der Technik begeistern lassen, auf dem Kanal eine Schifffahrt unternehmen und sich einen Eindruck vom Leben der Binnenschiffer verschaffen. Die Zeit für den Museumsbesuch sollte man unbedingt einplanen! Bis nach Waltrop zurück sind es von hier aus noch rund 5,5km, die durch Wiesen und Felder ins Zentrum führen.

Bildnachweis: Von ZornigeAmeise2017 [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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