Vom Tegeler See nach Alt-Spandau (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑70m  ↓75m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Tegel ist ein Stadtteil im Norden Berlins. Hier starten wir unsere Stadtwanderung, die wir an der U-Bahn-Station Alt-Tegel der Linie U 6 (von Tempelhof über Stadtmitte und Friedrichstraße nach Tegel) beginnen. Wir spazieren direkt in die Straße Alt-Tegel hinein und laufen auf die Dorfkirche Alt-Tegel zu.

Die evangelische Dorfkirche Alt-Tegel entstand 1911-12 im neuromanischen Stil als vierte Kirche an dieser Stelle. Vorgängerbauten lassen sich bis ins Mittelalter verfolgen. An der Dorfkirche liegen einige alte Grabmäler eines alten Kirchhofs aus dem 15. Jahrhundert.

Kurz hinter der Dorfkirche stoßen wir auf den Tegeler See, mit einer Wasserfläche von 404ha der zweitgrößte Berliner See. Gefüllt wird der Tegeler See von der Havel und die Wasserqualität ist so gut, dass der Tegeler See gerne zum Schwimmen genutzt wird. Noch stärker ist aber die Nutzung durch Freizeit-Kapitäne und die großen Ausflugsdampfer, die den Tegeler See bei gutem Wetter in großer Menge bevölkern.

Am Tegeler See halten wir uns links auf der Greenwichpromenade, dem beliebten Uferweg am Tegeler See. Hier geben sich Ausflugsgaststätten, gepflegte Parkanlagen, Minigolf, Bootsverleih, Dampferanlegestelle und ein Kreuzfahrtterminal die Hand.

Wir spazieren südwärts, passieren den Borsighafen und kommen in den Nordteil der Jungfernheide. Wir marschieren auf den Flughafen Berlin-Tegel zu und treffen am Ende der Waldfläche wieder auf die Bernauer Straße. Hier halten wir uns rechts in die Straße R der Siemenssiedlung und kommen zum Saatwinkler Steg, einer 1990 erbauten Brücke über den Hohenzollernkanal.

Wir folgen nun dem alten Kanalverlauf bis zum Rohrbruchteich und halten uns hier rechts in die Rhenaniastraße und wieder links in die Daumstraße. Dann geht es rechts hinüber nach Eiswerder. Die kleine Insel im Spandauer See war früher ein bedeutender Militärstandort. Nach dem Zweiten Weltkrieg lagerte der West-Berliner Senat von 1953-90 auf dem Eiswerden einen Teil der Senatsreserven – einem Notvorrat, falls es im Kalten Krieg zu einem Krisenfall kommt.

Nun am anderen Ufer der Havel angekommen, spazieren wir weiter und kommen durch den Wröhmännerpark in den Kolk, das ältestes Siedlungsgebiet von Spandau, auf Höhe der Schleuse Spandau gelegen.

Vorbei an St. Marien am Behnitz – der zweitältesten katholischen Kirche in Berlins, die mittlerweile aber in privater Hand ist und vielfach für Kulturveranstaltungen genutzt wird – kommt man in die Altstadt von Spandau.

Die Altstadt von Spandau gruppiert sich um die evangelische St. Nikolai Kirche aus dem 14. Jahrhundert, eine der wenigen verbliebenen Kirchen aus dem Mittelalter in Berlin. Von der St. Nikolai Kirche in Spandau breitete sich die Reformation in Brandenburg und Berlin aus. Kurfürst Joachim II. vollzog hier am 1. November 1539 seinen Übertritt zum evangelischen Bekenntnis, worauf der Denkmal vor der Kirche hinweist.

Durch die Fußgängerzone – die Carl-Schurz-Straße – spazieren wir vor bis zum Rathaus Spandau und können hier mit der U-Bahn-Linie U 7 die Rückfahrt antreten.

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