Vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Zoo (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 6 Min.
Höhenmeter ca. ↑59m  ↓55m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir starten unsere Stadtrunde am Potsdamer Platz, der neuen Mitte in Berlin. Vom S-Bahnhof aus geht es die Ebertstraße nordwärts zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Dieses Holocaust-Denkmal entstand 2003-05 nach einem Entwurf von Peter Eisenman und besteht aus 2.711 Betonstelen unterschiedlicher Höhe. Das Holocaust-Mahnmal erhielt 2007 den Preis des American Institute of Architects, der als höchste Anerkennung für Architektur in den USA gilt – quasi der Architekten-Oscar.

Hinter dem Holocaust-Denkmal geht man rechts in die Behrenstraße und dann links in die Wilhelmstraße, um den Prachtboulevard Unter den Linden zu erreichen und aufs Brandenburger Tor zuzulaufen. Das Brandenburger Tor steht am Pariser Platz, der 1732-34 bei der zweiten barocken Erweiterung Berlins angelegt wurde.

Das Brandenburger Tor selbst wurde 1788-91 erbaut und ist heute das wohl bekannteste Wahrzeichen Berlins. Das Brandenburger Tor wird gekrönt durch eine etwa fünf Meter hohe in Kupfer getriebene Skulptur, die die geflügelte Siegesgöttin Viktoria darstellt, die einen von vier Pferden gezogenen Wagen (Quadriga) in die Stadt hineinlenkt. Sie blickt nach Osten in Richtung Stadtschloss.

Über den Platz des 18. März geht es auf die Straße der 17. Juni, die Verlängerung des Boulevards Unter den Linden nach Westen, die mitten durch den Tiergarten führt. Rechter Hand steht das Sowjetische Ehrenmal, das 1945 angelegt wurde, um an die bei der Schlacht um Berlin gefallen 80.000 Soldaten der Roten Armee zu erinnern.

Dann geht es zum 1884-94 erbauten Reichstagsgebäude, in dem seit 1999 der Deutsche Bundestag seinen Sitz hat. Die Baukosten seinerzeit beliefen sich in heutiger Währung auf rund 160 Millionen Euro, die Frankreich als Teil der Reparationszahlungen aus dem verlorenen Krieg 1870-71 zu zahlen hatte.

Man spaziert weiter mit Blick aufs Bundeskanzleramt und sieht dabei einen schwarzen Glockenturm. Dieses Carillon, das viertgröße der Welt, steht ungefähr an dem Ort der einstigen Krolloper, wo während des Dritten Reichs das Parlament tagte. Dann kommt man zur Kongresshalle, die seit 1989 Sitz des Haus der Kulturen der Welt ist. Die Kongresshalle wurde 1956-57 erbaut und war eines der Aushängeschilder West-Berlins.

Man wandert nun über den Zeltenplatz in den Tiergarten hinein und spaziert am Rand der 210ha großen Parkanlage Richtung Schloss Bellevue. Schloss Bellevue wurde ursprünglich 1785-86 errichtet, fiel aber bereits 1941 einem Bombenangriff zum Opfer. Das heutig Gebäude wurde 1954-59 gebaut und ist seit 1994 der Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten.

Über den Spreeweg nähert man sich der Siegessäule, macht aber zuvor einen Schlenker, um das 1901 eingeweihte Bismarck-Nationaldenkmal zu würdigen. Ursprünglich stand das Bismarck-Denkmal vor dem Reichstag und wurde erst 1938 am Großen Stern – dem zentralen Platz im Tiergarten – aufgestellt.

Dasselbe wiederfuhr der Goldelse – wie die Siegessäule in Berlin genannt wird. Der neu angelegte Große Stern mit der Siegessäule in der Mitte wurde 1939 zum 50. Geburtstag Adolf Hitlers eingeweiht.

Jetzt wandert man durch den Tiergarten, u.a. zum Rosengarten, der Rousseau-Insel und der Luiseninsel, passiert kurz die Hofjägerallee und erreicht den Neuen See mit schönem Biergarten. Der Tiergarten ist nach dem Tempelhofer Feld der größte Park Berlins. Getrennt durch den Landwehrkanal schließt sich südlich der Zoologische Garten an, der artenreichste Zoo der Welt und der älteste Zoo Deutschlands.

An der Unterschleuse passiert man den Landwehrkanal und kommt zum Bahnhof Zoologischer Garten. Hinter dem Bahnhof – in der Jebensstraße – befindet sich das Museum für Fotografie mit der Sammlung der Helmut-Newton-Stiftung. In der Jebensstraße war in den 1970er Jahren das Milieu, das in dem bekannten Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo beschrieben wird.

Man passiert die Hardenbergstraße und biegt nach links in die Kantstraße, um zum Breitscheidplatz zu kommen, wo die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht, das zentrale Wahrzeichen West-Berlins. Die Turmruine der 1891-95 erbauten Kirche wurde nach der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg als Mahnmal für den Frieden in ihrem zerstörten Zustand belassen. Man quert die Budapester Straße und spaziert an der Front des Bikinihauses zum Bahnhof Zoo, wo die Stadtwanderung endet.

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