Villa Otrang

Die Villa Otrang bei Fließem, nördlich von Bitburg, ist eine Villa rustica (römisches Landhaus) aus dem 1. Jahrhundert. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen römischen Villenanlagen nördlich der Alpen. Die Villa Otrang liegt in wunderschöner Naturlandschaft mit Aussichten ins Eifelpanorama. Insbesondere von der Terrasse der Bewirtschaftung aus, wo es neben Eifelspezialitäten auch Essen und Trinken im Römerstil gibt, hat man einen guten Blick.

Der herrschaftlich ausgestattete Landhof hat die auch für damalige Verhältnisse große Fläche von rund 400m x 130m. Insbesondere im 3. Jahrhundert erfolgten Ausbauten der Villa Otrang, welche auf 66 Räume kam. Und dabei ist an quasi alles gedacht worden, was die antike Wohnkultur lebenswert machte. Der repräsentative Wohnbau entstand in der Art der im Trierer Land anzutreffenden Risalitvillen. Von den Gebäuden sind lediglich Mauerreste erhalten.

Dem Hauptwohnhaus schloss sich ein Wirtschaftshof an. Entdeckt wurden auch drei Bäder, Säulenhallen und Gänge. Sehr schön an Resten auch heute noch zu sehen ist das Heizsystem. Die unterirdische Warmluftheizung beheizte Böden und Wände.

Die Prunkstücke der Villa Otrang sind die Mosaikböden. Von einst 14 konnten vier Böden nahezu erhalten werden. Man fand sie 1825 zufällig beim Ackern. Die Mosaikböden sind von herausragendem Formenreichtum, zeigen Ornamente mit Kreisen, Achtecken, Rhomben, Flechtwerk und Rosetten. Zwischen den Mustern, die an geknüpfte Teppiche erinnern, so fein sind sie gearbeitet, finden sich immer wieder Abbildungen von Tieren. Darunter Löwen und Panther oder Antilopen und das, was man in der Eifel wohl des Öfteren zu sehen bekam: Eichhörnchen und eine Eule.

Wie bereits erwähnt stieß man zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Spuren der Römer und begann mit den Ausgrabungen. Zu deren Schutz wurden biedermeierliche Schutzhäuser gebaut, auch diese unterstehen heute dem Denkmalschutz. Ebenso die zwei zugehörigen Tempel auf der gegenüberliegenden Talseite.

Das Ende des römischen Landgutlebens kam im 4. Jahrhundert mit dem Einfall der Germanen, die die Villa zerstörten. Nachdem die Römer vertrieben waren, kamen die Franken in die Eifel. Sie haben wohl nicht in der Villa gelebt, aber es wird vermutet, dass sie die Villa als Grabstätte genutzt haben.

In Fließem kann man einen Abstecher zur katholischen Pfarrkirche Kreuzerhöhung und St. Stephan machen. Der Kirchenarchitekturfreund mutmaßt richtig, wenn er den Turm in die Zeit der Romanik einordnet. Er ist wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. Das Portal ist barock und die Strebepfeiler stammen aus dem Jahr 1815. Der Chor ist spätgotisch und die Erweiterung stammt aus dem Jahr 1930.

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