Urpferdchenweg Grube Messel


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑68m  ↓68m
Urpferdchenweg Grube Messel

Der Urpferdchenweg führt rund um das UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel nordöstlich von Darmstadt. Seinen Namen verdankt der Rundwanderweg den über siebzig in der Ölschiefergrube Messel gefundenen Urpferdchen – Vorläufer der Pferde, die aber nur so groß waren wie Terrier.

Der Urpferdchenweg startet am Bahnhof in Messel und leitet zunächst nordwärts hinein nach Messel. Im alten Fachwerk-Rathaus ist heute das Fossilien- und Heimatmuseum Messel eingerichtet. Es zeigt typische Fossilien aus den Funden der UNESCO-Weltnaturerbestätte Grube Messel und dokumentiert damit, wie das Leben vor rund 50 Mio. Jahren aussah.

Am Fossilien- und Heimatmuseum Messel biegen wir rechts ab in die Langgasse. Es geht über Feldwege, am Waldrand entlang und wieder durch offenes Gelände, bis der Zeilharder Wald erreicht ist. Reste von Vulkanismus aus dem Tertiär sind hier sichtbar. Durch dichten Wald wandert man zum Besucherzentrum am UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel.

Das Besucherzentrum an der Grube Messel wurde erst 2010 eröffnet, obwohl die Grube Messel schon 1995 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden war. Die Grube Messel war damit übrigens das erste Weltnaturerbe in Deutschland. Zuvor hatte die Politik jahrelang versucht, das ehemalige Bergwerk als Mülldeponie zu nutzen. Nur dem Engagement der Bürger vor Ort, die zahlreiche Fossilien ausgruben, vor Gericht zogen und ihre Interessen artikulierten, ist es zu verdanken, dass heute dieses großartige Stück Geschichte erhalten geblieben ist.

Vor 47 Mio. Jahren lag das heutige Messel in den Tropen. Nach einem Vulkanausbruch bildete sich ein See, in dem Pflanzen und Tiere untergingen. Aufgrund des fehlenden Sauerstoffs verwesten diese Pflanzen und Tier aber nicht, sondern wurden von Sedimenten bedeckt, die sich zu Ölschiefer wandelten und die Fossilien einschlossen und bewahrten.

Seit dem 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände bei Messel ein Bergwerk betrieben, das Ölschiefer abbaute. Bereits 1876 wurde ein Alligatorenskelett in der Grube Messel gefunden, aber es dauerte noch gut hundert Jahre, bis der Betrieb eingestellt wurde und erst 1991 mit Regierungsbeteiligung der Grünen übernahm das Land Hessen die Grube und übertrug den Betrieb der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.


Bildnachweis (attribution, via Wikimedia Commons): 1 by Ghedoghedo; 2 by Fritz Geller-Grimm; 3 by Lämpel; 4 by Mar del Sur [CC-BY-SA-3.0]

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