Trier-Süd

Südlich des Alleenrings schließt sich der Stadtteil Trier-Süd an die Innenstadt und schmiegt sich an die Mosel. Trier-Süd entstand aus den Vororten Barbeln (St. Barbara), Mattheis (St. Matthias, Löwenbrücken und Medard. Zwei ganz besondere Schätze hält Trier-Süd bereit: die Barbarathermen und die Kirche der Abtei St. Matthias.

Die Kirche der Abtei St. Matthias ist eine romanische Basilika, die 1920 zur Basilica minor erhoben wurde. In der Kypta sind die Gräber der beiden ersten Bischöfe Triers, Eucharius und Valerius, sowie des Apostels Matthias, dessen Gebeine im 12. Jahrhundert hier entdeckt wurden. Damit ist die St. Matthias Abtei die einzige Kirche nördlich der Alpen mit der Grabstätte eines Apostels und deshalb ist das Benediktinerkloster bis heute ein beliebter Wallfahrtsort.

Datiert ist der Bau der Benediktinerabtei St. Matthias ab den Jahren 980/990. Auf diese Zeit geht die Krypta zurück. Im frühen 12. Jahrhundert entstand die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, die im 15./16. Jahrhundert spätgotische Umbauten erfuhr. Das barocke Hauptportal entstand im 17. Jahrhundert. Jetzt könnte man noch weitere Baudaten und Zeitpunkte von barocken oder gotischen Überformungen auflisten, das ersetzt aber nicht einen Besuch der äußerst sehenswerten Abtei mit Freihof und Kirchbau.

Ein besonderes Augenmerk gilt derzeit und wohl auch noch in den nächsten Jahren der Sanierung insbesondere des Kreuzgangs, dessen Schlusssteine auch gerettet werden müssen. Der Kreuzgang wurde ursprünglich im frühen 13. Jahrhundert errichtet. Mit der Säkularisierung wurden Teile davon zerstört. 1932 kauften die Benediktiner ihre Abtei zurück und begannen einige Jahrzehnte später mit dem Wiederaufbau des Kreuzganges. Das ist unter anderem an den Darstellungen in den Kapitellen der Säulen zu sehen. Druck und Feuchtigkeit haben daran gearbeitet, dass der Kreuzgang aus dem Lot geraten ist und aufwändig saniert wird. Eine Stiftung sammelt fleißig Spenden, um das große Projekt zu finanzieren.

Die Gesamtanlage ist nicht nur baulich von überregionalem Interesse. Sie ist nach wie vor Wirkungsstätte von Benediktinermönchen, die hier auch einen Klosterladen haben, sich um den Friedhof kümmern oder ihre Gäste betreuen. Das Kloster St. Matthias hat auch an dem Wohnprojekt Schammat mitgewirkt. Das Schammatdorf südlich in Trier-Süd ist ein erstes Musterbeispiel für soziales, kommunikatives und integratives Wohnen und wurde 1979 fertiggestellt. Das Wort Schammat ist „eingetriert“ von „champs de St. Matthieu“, den Feldern des heiligen Matthias, wie die Flur bei den Franzosen benannt wurde.

Die Barbarathermen in Trier-Süd haben die größte Grundfläche von römischen Thermen nördlich der Alpen. In den letzten Jahren sind sie saniert worden und nun wieder zugänglich. Gebaut wurde die luxuriöse Badelandschaft in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Vermutlich war die Thermenanlage am Viehmarkt in Trier zu klein geworden und man entschied sich für einen Neubau. Das Ausmaß der Barbarathermen betrug 172 x 240m (42.500qm) – das entsprach der Größe von zwei Wohnblöcken nebst Straße. Gespeist wurde das Badevergnügen durch die Ruwerwasserleitung. Bei der Zerstörung Triers Anfang des 5. Jahrhunderts wurden wohl auch die Barbarathermen so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie aufgegeben wurden.

Erhalten haben sich Fundamente, Kellergänge, Reste der Fußbodenheizung. Weitere Ausstattungstücke sind im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt. Wie zu erahnen befinden sich die meisten Reste der Anlage halbwegs unterhalb der Grasnarbe. Daran ist nicht nur die Zerstörung im 5. Jahrhundert Schuld, sondern auch der wenig pflegliche Umgang in der Folgezeit. So hat Kaiser Maximilian I. zu Testzwecken 1512 auf die noch stehenden Gebäudeteile mit Kanonen schießen lassen. Und auch den militärischen Bestrebungen der Franzosen standen die verbliebenen Mauern 1675 im Wege und man machte nieder, was ein freies Schussfeld behinderte. Folgend bekamen viele Steine Beine und wurden andernorts verbaut.

Eine wesentliche Verkehrsader und Geschäftsstraße ist die Saarstraße in Trier-Süd, die ein paar denkmalgeschützte Häuser aus der Gründerzeit zeigt. Entlang der Mosel laden zwei Wege zum Spazierengehen ein.