Trier-Pfalzel

Der Trierer Stadtteil Pfalzel liegt in der Moselbeuge zwischen Ehrang und Biewer. Einen wunderbare Hingucker und Hinweis auf die lange Geschichte Pfalzels bietet die Denkmalzone Wallmauer der ehemals erzbischöflichen Burgbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Einst mit sechs Bastionen ausgestattet ist heute noch eine zu sehen.

Auch die Region der Burgstraße, des Kirchplatzes und der Stiftsstraße geht auf das späte Mittelalter Zeit zurück. Mauerreste wurden in einigen Häusern verbaut, teilweise bis ins zweite Obergeschoss. Da lohnt ein interessierter Blick, um Treppenturmfragmente oder Reste von Ecktürmen oder Gewölbe des ehemaligen Palas zu erkennen. Augenfällig ist der Torturm mit zwei Wappen des Erzbischofs Johann II. von Baden (1456-1503). Wahrscheinlich auf römischen Fundamenten ruhte der Bergfried, dessen Reste in einem Vorgarten in der Burgstraße 10 zu finden sind.

Der Ortskern von Pfalzel steht komplett unter Denkmalschutz. Historiker können sich hier auf städtebauliche Spurensuche begeben. Die Besiedelung ist aus der Spätantike anschaulich, ging über die Zeiten des römischen Palas und der Kasernenanlagen über die Bildung eines Klosters und Stifts hin zu einer Zollstelle und einem Amtssitz. Bis deren Blüte erstmalig vorbei war und sich Pfalzel zu einem Dorf mit bäuerlichen Strukturen entwickelte. Häuser und Baustile aller Epochen finden sich im Ortskern.

Hervorzuheben ist eines der ältesten als Wohnhaus genutzten Steinhäuser in Deutschland, das sogenannte Küsterhaus am Kirchplatz in Pfalzel, das im Kern auf das 15. Jahrhundert mit römischen und spätmittelalterlichen Mauerresten und damit auf das 4. Jahrhundert zurückgeht.

Gleich in der Nähe ist die ehemalige Stiftskirche St. Maria und St. Martin ortsbildprägend. Sie gehörte zum bereits im 8. Jahrhundert begründeten Kloster in Pfalzel, das später ein Stift wurde und dies bis 1802 blieb. Bei einem Neubau 1906-08 wurde die alte Kirche mit einbezogen. Der westliche Kreuzarm wurde 1944 zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1962-65 mit den Stilmitteln der 1950er und 1960er Jahre. Anbei befindet sich die Nikolauskapelle aus der Spätgotik.

In der Residenzstraße, etwa ab der Hausnummer 20, finden sich weitere interessante Bauten, wie beispielsweise das ehemalige kurtrierische Amtshaus und heutige Rathaus. Die verzierte Baugruppe mit einem achteckigen Treppenturm in einem Winkel basiert auf dem 16. Jahrhundert.

Verläuft die Residenzstraße in einigem Abstand parallel zur Mosel, so ist man an der Bastion oder der Stiftsstraße näher am Ufer und findet gleich an der Mosel die Alte Zollstelle, erkennbar an dem massigen Turm.

Und auch am Spielesplatz stehen historische Zeugen, wie das sogenannten Rosportsche Haus. Der massige Baukörper entstand 1579 und gilt als eines der vorbildlich erhaltenen alten Gebäude. In der Nachbarschaft befindet sich das ehemalige Kanonikerhaus. Der Krüppelwalmdachbau mit acht Achsen ist ein wahrlich stattliches barockes Wohnhaus aus dem Jahr 1723 und fällt zusätzlich durch sein korbbogiges Tor ins Auge. In Pfalzel ist die Geschichte aus Stein gemeißelt und das auf sehr anschauliche Weise.

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