Trier-Pallien

Gleich gegenüber der historischen Innenstadt Triers liegt auf der linken Moselseite der Stadtbezirk West-Pallien mit den Stadtteilen Trier-West moselaufwärts und Trier-Pallien moselabwärts. Die zusammengegossenen Stadtteile bergen wunderbare Ansichten und Aussichten. Das Augenmerk richtet sich abwärts ins Tal und zur Römerbrücke und aufwärts in die Höhe zur alles überragenden Mariensäule und zum Drachenhaus und Weißhaus in der unmittelbaren Nähe zum Weißhauswald mit Wildgehege. Jung und wild geht es vielleicht am Campus Schneidershof zu, dem Hauptcampus der Hochschule Trier.

Die Römerbrücke oder Alte Moselbrücke ist die älteste Brücke Deutschlands, wurde vom Krieg verschont und ist UNESCO Weltkulturerbe. Ab 17 v.Chr. hat es bereits eine Holzbrücke über die Mosel gegeben. Eine erste Steinbrücke befand sich 45 ein Stückchen flussabwärts der heutigen Brücke, die zwischen 144 und 152 erbaut wurde. Seit dem hat sie sich ein wenig verändert, aber nicht die neun Pfeiler an sich. Nachdem die Franzosen 1689 der Brücke mit Sprengkraft zusetzten, wurde sie wieder hergerichtet und erhielt auf dem fünften Pfeiler ein Kruzifix und die Statue des heiligen Nikolaus. Im letzten Jahrhundert wurde die Römerbrücke um die Fußgängerstege verbreitert.

Ein oft geknipstes Bild ist auch die Ansicht vom Ortskern Palliens, der sich auf einem schmalen Streifen zwischen roten Sandsteinfelsen und der Mosel zusammen rückt. Vom Markusberg (330m) genießt sich ein Blick auf die Umgebung und von dort aus lässt es sich zur Mariensäule wandern. Sie ragt hoch erhaben über Trier und ist ortsbildprägend. Der hohe neogotische Sockel und Maria messen 40m und stehen auf einer Höhe von 300m. Die betende Mutter Gottes wurde 1866 geweiht und entstand im Zuge der Auseinandersetzung zwischen der katholischen Bevölkerung der preußisch-protestantischen Regierung.

Der Trierer Hospitienwald umschließt Pallien nördlich. In dem aussichtsreichen Wald- und Wandergebiet findet sich die Villa Kockelsberg in traumhafter Lage. Seit über hundert Jahren ist das zum Teil durch Turm mit Wichhäuschen burgig wirkende Hofgut ein Restaurant. Kockelsberg ist abgeleitet vom lateinischen cuculus, was mit Bergkegel übersetzt werden kann. Der Kockelsberger Hof taucht erstmalig urkundlich im 14. Jahrhundert als Lehen auf. Heute ist die Villa Kockelsberg Ausgangspunkt für viele Wanderungen.

Von der Villa Kockelsberg kann man gen Süden in Richtung Mosel gehen und wird auf örtliche Wanderwege stoßen, gekennzeichnet mit einem W und einer Nummer, und ins Naherholungsgebiet des Weißhauswalds spazieren. Im Wildgehege Weißhauswald kann man nicht nur Ziegen füttern, sondern auch den Geist im Haus des Waldes. Dort erfahren große wie kleine Besucher vieles zum Weißhauswald. Rot, Schwarz, Dam und Muffel, heißen die Mitglieder des Wild-Clans mit Vornamen. Fasane und selten gewordene Haustierrassen wie das Wollschwein sind ebenfalls quietschfidel zu sehen. Spielmöglichkeiten locken Kinder nach der Fütterung der Wildtiere.

Zwei auffällige Gebäude liegen in der Umgebung. Da wäre das repräsentative Drachenhaus am Rosengarten zu nennen. Das wunderschöne klassizistische Gebäude entstand 1829 im Zuge des Baus einer Privatvilla des damaligen Trier Oberbürgermeisters Wilhelm von Haw. Das Drachenhaus galt als Ökonomiegebäude der rund 500m entfernten Villa Weißhaus. Den Namen Drachenhaus erhielt es wegen der beiden Drachen aus Kupfer, die von den Eckrisaliten gefährlich ihre Zähne zeigen.

Über dem roten Sandsteinfelsen thront die klassizistische Villa Weißhaus an Stelle des vormaligen kleineren Weißhäuschens, das der Bürgermeister von Haw 1823 bauen ließ. Die Gebäude entstanden im damaligen preußischen Klassizismus – als könne man die klaren Strukturen dieser Epoche noch einmal steigern, wirkt die Villa schon schick und prächtig aufgrund der Größe und der zurückhaltend eingesetzten Stilmittel, wie Rundbögen und interessant gegliedertem Mittelteil, der als Risalit unten hervortritt und oben zurückgenommen und mit einem Balkon ausgestattet ist. In der Umgebung befindet sich der Weißhausbrunnen aus der Erbauungszeit und ein Obelisk.

Weil es hier geradewegs so prächtig zugeht, wird man an der Villa Reverchon kaum vorbei kommen. Auch sie erhebt sich über das Moseltal in der Römerstraße 100. Der repräsentative Bau beherbergte zu Zeiten des Zivildienstes eine Zivi-Schule und wird nun als Bildungseinrichtung des Bundes für den Bundesfreiwilligendienst genutzt. Das neoklassizistische große Gebäude wurde 1909-12 vom Bankier Adrian Reverchon als Privathaus gebaut.

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