Stadtspaziergang Alt-Tempelhof (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 25 Min.
Höhenmeter ca. ↑57m  ↓57m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Dieser Rundweg durch Tempelhof im Süden von Berlin startet an der U-Bahn Station Alt-Tempelhof an der U-Bahn-Linie 6. Das erste Wegstück führt durch den kleinen Lehnepark zur Dorfkirche Tempelhof. Die erste Dorfkirche in Tempelhof wurde bereits im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Errichtung der Komturei Tempelhof erbaut. Der heutige Bau der Dorfkirche entstand im 13. Jahrhundert und gilt als größte der rund fünfzig Dorfkirchen in Berlin.

Von der Dorfkirche Tempelhof, an der sich die zentrale Gedenkstelle für die Berliner und Brandenburger Opfer des Tsunamis 2004 befindet, geht es in den Alten Park. In seiner Mitte liegt der Klarensee, der nicht künstlich angelegt ist, sondern aus Eisresten eines Gletschers entstanden ist.

Durch die Parkstraße erreicht man den benachbarten Bosepark, der mit schönem Erlebnisspielplatz, Tennisplätzen und zwei großzügigen Liegewiesen im Sommer beliebtes Ziel für Tempelhofer ist. Hinter dem Bosepark verläuft die Manteuffelstraße, die passiert werden muss.

Vorbei an der Friedrich-Ebert-Sportanlage, Heimstätte des Berliner Traditionsfußballclubs Viktoria 1889, trifft man auf die Alboinstraße, der man linkerhand bis zum Alboinplatz folgt. Hier liegt die Blanke Helle, wie der Klarensee ein Toteisloch aus der Eiszeit. Die Blanke Helle ist ein wertvolles Naturdenkmal Berlins. Über 150 verschiedene Farn- und Blütenpflanzen gedeihen hier. Überwacht wird die Szenerie von einem überdimensionierten Stier, der 1934 aus Muschelkalkstein erbaut wurde und als „größter Ochse von Berlin“ gilt.

Der massige Wohnblock am Rand des Parks stammt übrigens auch aus den 1930er Jahren und wird als Siedlung Blanke Hölle bezeichnet. Und für wen das noch nicht genug der stilistischen Übertreibung ist, darf daran erinnert werden, das die absolut flache Gegend rund um den Alboinplatz auch als Tempelhofer Schweiz bekannt ist.

Über den Attilaplatz und vorbei am Alarichplatz geht es zum Teltowkanal. Er wurde 1900-06 als Verbindung zwischen Havel und Dahme erbaut. Ein hübscher Spazierweg entlang des Kanals führt zum Ullsteinhaus. Der 1925-27 erbaute Backsteinbau ist mit seinem 76m hohen Hauptturm eine weithin sichtbare Landmarke in Tempelhof.

Unterhalb des Ullsteinhauses liegt der Tempelhofer Hafen, Anfang des 20. Jahrhundert der Motor für den Wirtschaftsaufschwung im damals noch dörflichen Tempelhof. Das Speichergebäude von 1908 ist einer der ersten Stahlbetonbauten in Deutschland. Es beherbergt seit 2009 das Einkaufszentrum Tempelhofer Hafen und ist aufgrund der vielfältigen Gastronomie auch für Berliner Hobby-Kapitäne ein beliebtes Ankerziel.

Vorbei am Wenckebach-Krankenhaus geht es abschließend in den Franckepark. Er wurde ursprünglich als Privatpark angelegt. Nachdem Verkauf an die Stadt 1924 wurde der Franckepark mit Rosengarten, Damwildgehege, Fasanerie, Tanzfläche und Parkcafe aufgemotzt. Heute sind davon leider nur das Hirschgehege und der Rosengarten erhalten. Vorbei am Rathaus Tempelhof geht es über den Te-Damm schließlich wieder retour nach Alt-Tempelhof.

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