Stadtrundgang durch die Hansestadt Rostock


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 4 km
Gehzeit o. Pause: 55 Min.
Höhenmeter ca. ↑31m  ↓31m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Rostock: Universitätsstadt, Hansestadt, Hafenstadt. Im Mittelalter eines der führenden Wirtschafszentren und Standort der ältesten Universität an der Ostsee Heute legen hier in die größten Kreuzfahrtschiffe an, die in Deutschland vor Anker gehen. Eine spannende Stadt, der wir uns auf diesem Stadtrundgang nähern wollen.

Wir beginnen unsere Tour am Neuen Markt, dem mittelalterlichen Zentrum von Rostock. Am Neuen Markt steht das Rostocker Rathaus. Die Entstehung des Rostocker Ratshauses reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Damit ist das Rathaus der älteste erhaltene Profanbau von Rostock und gilt bis heute als eines der wichtigsten Bauwerke der Backsteingotik im Ostseeraum.

Vom Neuen Markt gehen wir zur evangelischen Marienkirche, die als dreischiffige Basilika ab 1290 erbaut wurde. Im 15. Jahrhundert war die Kirche mit ihrem 86m hohen Turm fertig. Der Innenraum der Marienkirche ist stolze 31,5m hoch und weist neben der Nikolaikirche Stralsund die reichste Ausstattung im Ostseegebiet auf. Bemerkenswert ist neben Altar und Kanzel vor allem die astronomische Uhr, die vermutlich 1379 gefertigt wurde.

In direkter Nachbarschaft der Rostocker Marienkirche befindet sich am Ziegenmarkt die Alte Münze (um 1500) und das ehemalige Kantorat (13. Jahrhundert). Vom Ziegenmarkt gehen wir nach rechts in die Kröpeliner Straße und folgen ihr bis kurz vor die Stadtbibliothek, um hier nach links in den Hopfenmarkt abzubiegen.

Über den Hopfenmarkt kommen wir in die Rungestraße, biegen nach links und gleich die nächste wieder nach rechts, um das Michaeliskloster zu erreichen. Das Kloster entstand um 1480 und mit ihm eine der ersten Druckereien im Ostseeraum. Heute nutzt die Universität Rostock den Westflügel des Michaelisklosters für ihre Sondersammlungen und die Fachbibliothek Geschichte.

Rechts in die Schwaansche Straße leitet uns der Weg zum Hauptgebäude der Universität Rostock. Hier wurde die Universität Rostock 1419 als dritte Universität in Deutschland gegründet. Der heutige Hauptbau stammt allerdings aus den Jahren 1867-70 und zeigt sich als Vertreter der mecklenburgischen Neurenaissance.

Vor der Universität Rostock halten wir uns wieder links und kommen zum Kloster zum Heiligen Kreuz, das im 13. Jahrhundert von den Zisterzienserinnen gegründet wurde und heute die einzig vollständig erhaltene Klosteranlage Rostocks ist. Zu der Anlage gehört die heute als Universitätskirche genutzte Klosterkirche. In den Klostergebäuden befindet sich heute das Kulturhistorische Museum Rostock.

Vom Kloster gehen wir zu den Rostocker Wallanlagen, die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung Rostocks sind und heute eine kleine grüne Oase in der Stadt darstellen. Vorbei an der Teufelskuhle kommen wir zum Kröpeliner Tor, das um 1270 im gotischen Stil als eines der vier großen Stadttore erbaut wurde.

Vom Kröpeliner Tor gehen wir wieder zurück in die Kröpeliner Straße und folgen ihr bis zum Universitätsplatz. Dann biegen wir links in die Breite Straße ab, die uns zur Langen Straße führt. Nachdem diese gequert ist, halten wir uns wenig später rechts in die Straße An der Oberkante und wieder links in die Wokrenterstraße. Hier passieren wir das Hausbaumhaus, eines der ältesten weitestgehend erhaltenen Kaufmannshäuser in Rostock aus der Zeit der Hanse.

Durch die Wokrenterstraße spazieren wir hinab zum Stadthafen Rostock am Ufer der Unterwarnow. Hier spielte sich im Mittelalter der internationale Handel ab. Seit den 1990er Jahren ist der Stadthafen aber weitgehend umgestaltet zu einer Flaniermeile. Am Kai steht ein alter Holzkran, der Nachbau eines Tretkrans aus dem 18. Jahrhundert.

Wir spazieren den Stadthafen entlang bis zur Silohalbinsel und halten uns hier rechts Richtung Innenstadt. Auf Höhe der Faule Straße biegen wir rechts ab und kommen über Gärtnerstraße und Wendenstraße zum Alten Markt. Hier siedelten im 12. Jahrhundert Einwanderer aus Westfalen und Niedersachsen und bildeten eine Kaufmannssiedlung, die als historischer Kern von Rostock gilt.

Am Alten Markt steht die evangelische Petrikirche mit ihrem beeindruckenden, 117m hohen Turm. Der heutige Bau entstand im 14. Jahrhundert in der für die Ostsee typischen Backsteingotik. Seit den 1990er Jahren ist der Kirchturm von St. Petri als Aussichtsturm nutzbar. Ein Fahrstuhl (oder 195 enge Treppenstufen) bringen einen auf 45m Höhe, wo man von einer Aussichtsplattform einen hervorragenden Blick auf Rostock und hinüber nach Warnemünde und zur Ostsee hat.

Weiter geht es zur Nikolaikirche, die ab 1230 erbaut wurde, heute aber nicht mehr als Gottesdienstkirche, sondern als kulturelles Zentrum und Haus der Gemeinde u.a. für Konzertveranstaltungen genutzt wird.

Durch die Mühlenstraße erreichen wir das Kuhtor. Das Kuhtor ist nicht nur das älteste der noch bestehenden vier Tore der historischen Rostocker Stadtbefestigung, sondern auch das wohl älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. An Sockel und Fundament des Kuhtors sind sehr gut die massiven Steine sichtbar, die typisch für die Architektur spätmittelalterlicher Wehranlagen sind.

Nur wenige Meter weiter steht der Lagebuschturm, der einzige erhaltene Wehrturm der Stadtmauer. Der heutige Bau entstand bis 1577 im Stil der Niederländischen Renaissance. Neben seiner Funktion als Wehrturm diente er auch bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis.

Auf Höhe der Straßenbahnlinie treffen wir schließlich auf das Steintor, das wohl einst das südliche Haupttor Rostocks war. Der mittelalterliche Bau wurde 1565 zerstört. Der heutige schmucke Bau entstand 1574-77 im Stile der Renaissance. Vom Steintor sind es nur noch wenige zurück zum Neuen Markt.

Vgwort