Stadtkirche Zum Heiligen Geist (Nidda)

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Die evangelische Stadtkirche Zum Heiligen Geist in Nidda ist ein beachtenswertes Gesamtkunstwerk des 17. Jahrhunderts. Sie wurde 1615-18 im Renaissance-Stil erbaut. Ungewöhnlich für die damalige Zeit war der Bau als Saalkirche. Damit war die Kirche, die in Nidda einfach nur Stadtkirche genannt wird, eine der ersten dieser Art in Hessen und sie war bereits damals als evangelische Kirche konzipiert.

Es heißt, dass der zunächst beauftragte italienische Baumeister ein „liederlicher“ gewesen sei, denn er hat einige Mängel am Bau und etliche Schulden bei Niddaer Bürgern hinterlassen, bevor er verschwand und nicht aufgetrieben werden konnte. Die Mängel waren derart, dass Teile der Kirche erneuert werden mussten und es wird vermutet, dass aus Mangel an Mitteln der Turm deswegen nur eine niedrige Welsche Haube erhalten hat.

Der Kirchbau mit dem hohen Satteldach hat große Fenster, durch die viel Licht ins Innere des in Nordsüdrichtung stehenden Langhauses mit den seitlichen Emporen fällt. Der 20m lange Saalbau wird von zwei Treppentürmen flankiert. Die zwei Renaissance-Portale sind mit Schmuckornamenten verziert.

Noch heller wird es im sich anschließenden Chorraum hinter dem Triumphbogen. Altar und Kruzifix bündeln hier den Blick. Insbesondere das Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert gilt als besonders, da die lateinische Inschrift INRI hier auch in griechischer und hebräischer Sprache zu finden ist.

Der absolute Hingucker ist die fantastische Stuckdecke, die 1985 mit viel Gefühl und Liebe zum ursprünglichen Detail restauriert wurde und die Farbgestaltung der Entstehungszeit zurück erhalten hat. Die kunstvolle Stuckdecke, als habe sie ein Zuckerbäcker gemacht, wird von vier Eichenbalken getragen und ist in geometrische Felder aufgeteilt. Im Mittelpunkt ist das Wappen der Stifter, Landgraf Ludwig V. und Gemahlin Magdalena von Brandenburg. Die Decke zeigt weiterhin den Doppeladler, der für göttliche Begeisterung steht, und den Pelikan als Zeichen der göttlichen Liebe.

1616 war auch das Jahr in dem der Amtmann Schwartz nebst Gattin die geschnitzte Kanzel der Stadtkirche stifteten. Ein unbekannter Künstler hat das besondere Schmuckstück angefertigt, das von den vier Evangelisten Matthäus mit Engel, Markus mit Löwe, Lukas mit Stier und Johannes mit Adler gerahmt wird, rechts außen steht Apostel Paulus. Schrifttafeln mit Namen und Wappen der Stifter sind ebenfalls ins Holz hineingearbeitet. Weitere hübsche Details der Stadtkirche Zum Heiligen Geist in Nidda sind der Orgelprospekt, mehrere barocke Grabsteine und der Taufstein von 1647.