Der abwechslungsreiche und kurzweilige Stadtspaziergang im Südwesten vom Augsburger Zentrum erschließt uns den Stadtteil Göggingen. Das war einst eine eigene Gemeinde an Wertach und Singold. Zu diesen beiden Flüssen gesellt sich der Fabrikkanal für das Wasserkraftwerk. Wir wandern auch durch das Gögginger Wäldle, den Hessingpark mit Burg als Teil der Hessing-Klinik, und kommen am Gögginger Park längs.
Wir starten an der S-Bahn und dem Parkplatz nahe den Kirchen St. Georg und Michael sowie der Dreifaltigkeitskirche in Göggingen. Hier sind auch das Haus der Vereine und das Roncallihaus. Auf der anderen Seite der S-Bahn ist das Kurhaus Göggingen, umgeben vom Kurhauspark mit Brunnen und wunderschönem Parktheater. Im kleinen Wäldchen östlich unserer Runde ist der Gögginger Römerturm zu entdecken, der im maurischen Stil als Gartenpavillon gestaltet wurde. Das wäre dann ein Abstecher.
Wir gehen erstmal gemäß dem GPS zum Hessingpark. Davor ist rechterhand der Gögginger Park. Wir schlendern durch die Butzstraße, biegen vor dem Parkplatz nach links in die Hessingstraße und wandeln durch den Wandelgang, von Säulen flankiert. Der Gang ist der Rest einer um den Park herum verlaufenden Wandelhalle der orthopädischen Heilanstalt.
Das sind die Hessing-Kliniken, die aus mehreren Gebäudeteilen bestehen und den Hessingpark umgeben. Gegründet wurde die Hessing-Klinik 1868 von Friedrich Hessing, einem Schreiner, Orgelbauer und späterem Pionier auf dem Gebiet der Orthopädietechnik, der 1913 zum Ritter geschlagen wurde. Am Ende des Wandelns biegen wir in den Park ein und gehen zur Hessingburg, die recht eigenwillig anzusehen ist. Die sogenannte Burg ist dreigeschossig und zeigt sich unregelmäßig und schlossartig, mit neubarocker Stuckarbeit. Sie war das Gästehaus der Heilanstalt.
Wir kommen über die ca. 51km lange Singold, die ein Stück nördlich von hier über den Fabrikkanal in die Wertach mündet. Der fast 2km lange Fabrikkanal wurde künstlich angelegt und gehört zu Augsburgs historischer Wasserwirtschaft. Der Wertach wurde angestochen, um die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen zu versorgen. Daraus wurde die Ackermann-Göggingen AG und seit 1994 ist die Fabrik Teil von Amann & Söhne. Unterdessen stehen wir auf der Brücke vom Fabrikkanal, schauen nach rechts zur Fabrik und links zum Gögginger Luftbad, wo der Kanal Freibad ist.
Dann umrunden wir die Kleingärten und schlendern durchs Gögginger Wäldle, das unter Landschaftsschutz gestellt wurde. Über den Fabrikkanal wandern wir im Bogen, den Friedhof Göggingen streifend. Die Von-Cobres-Straße wird gequert. Wir sind bei der Kirche St. Georg und Michael, die im 18. Jahrhundert unter Einbeziehung älterer Bauteile aus dem 13. und 15. Jahrhundert errichtet wurde. Die kleine Runde ist zu Ende, die Energie reicht noch für den Kurpark und das Wäldchen mit dem Römerturm.
Bildnachweis: Von Manfi.B. [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons
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