Simmern (Westerwald)

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Simmern liegt nicht nur räumlich, sondern auch geistlich nahe an Vallendar am Rhein. Die Schönstattbewegung unterhält rund um den Hühner-Berg (260m) einige Einrichtungen, was nicht zuletzt dazu führte, dass der Hühner-Berg jetzt Berg Sion heißt: Haus Gottes.

Oberhalb des Dorfes führt ein Höhenwanderweg zum Berg Sion. Von hier oben genießt der Wanderer einen schönen Blick auf das Koblenz-Neuwieder Becken. Auf dem Berg Sion selbst befindet sich eine Schönstattkapelle, die nach dem Vorbild in Vallendar gebaut ist. In der Nachbarschaft liegt das Heiligtum Moriah, ein Priester- und Bildungshaus der Schönstatt-Bewegung.

Im Priesterhaus Moriah befindet sich auch der Dachau-Altar. Pater Kentenich – der Begründer der Schönstatt-Bewegung – war selbst von 1942 bis Kriegsende im KZ Dachau inhaftiert. Die Reichsführung SS zog ab 1940 auf Drängen der katholischen Kirche die internierten Priester alle in einem KZ zusammen, in Dachau. Hier ermöglichte man den Würdenträgern, täglich Eucharistie zu feiern. Als Altar diente ein einfacher Tisch. Schon bald wurde aus einfachen Brettern ein Tabernakel hergestellt und mit zwei Engeln verziert, die aus dem Blech einer Konservendose geschnitten waren. Der jetzt vorhandene Tabernakel wurde 1944 hergestellt – unter Verwendung von Birnbaumholz und Kupferblech. Beim Bau des Priesterhauses Moriah 1978-80 wurde für den Dachauer Altar ein eigener Gedenk- und Gebetsraum eingerichtet, der frei zu besichtigen ist.

Im Ortskern von Simmern ist seit 1967 die katholische Pfarrkirche St. Rochus das Wahrzeichen der kleinen Westerwaldgemeinde. Ihr freistehender Glockenturm ist weithin sichtbar.

Einige schöne Wanderwege führen durch die Gemarkung von Simmern. Empfehlenswert ist der mit einer 8 ausgeschilderte Weg, der über 9km von Simmern über das Wambachtal und Schönstatt und zurück über den Berg Sion führt. Kleinere Rundwanderwege mit dem Kennbuchstaben S für Simmern sind vom Wanderparkplatz Dicke Buche ausgeschildert, der sich in der Nähe des Sportplatzes an der Straße von Simmern nach Neuhäusel befindet.

Die Dicke Buche, der der Wanderparkplatz seinen Namen verdankt, war eine über 250 Jahre alte Buche, die 1989 abstarb und gefällt werden musste. Der Baumstumpf des ehemaligen Naturdenkmals ist mit einer Informationstafel ausgestattet, der auf den großen Nutzen der großen, alten Waldbäume hinweist. Die Dicke Buche hatte rund 1 Mio. Blätter, die pro Stunde etwa 2kg Sauerstoff produzierten – den Tagesbedarf von 65 Menschen. Um sofort die reinigende Wirkung der Dicken Buche zu erreichen, müssten 3.000 Jung-Bäume angepflanzt werden.

Die Simmerner werden im Umland auch Simmerner Käscher genannt. Das liegt daran, dass hier von alters her kleine Handkäse in Steinzeug aus dem Kannenbäckerland abgelagert werden. Diese lokale Spezialität wurde früher von den Hausfrauen von Tür zu Tür verkauft. Immer in Verbindung mit einem informativen Gespräch über Land und Leute versteht sich. Um an diese Tradition zu erinnern, hat sich der hiesige Karnevalsclub den Namen Simmerner Käscher gegeben und tritt so bei vielen Veranstaltungen im Umland auf.